Werner Museum eröffnet Schaufensterausstellung

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Dr. Katharina Hülscher erläuterte die Ausstellung in den Schaufenstern.

Werne - Neue Wege zu beschreiten – das ist das Ziel des Stadtmuseums mit seiner neuesten Ausstellung. „Mit rasender Geschwindigkeit“, wie der Titel lautet, waren die Eröffnungsbesucher am Sonntag zwar nicht in der Innenstadt unterwegs. Ein Ziel hat Kuratorin Dr. Katharina Hülscher aber schon beim ersten Rundgang entlang der fünf Schaufenster, die als Ausstellungsfläche dienen, erreicht: Sie regte die Besucher zum Nachdenken an.

„Wir geben keine Antworten“, betonte sie. Schließlich seien sie und die weiteren Ausstellungsmacher keine Mobilitätsexperten. Darum stellen sie selbst Fragen. Mittels Überschriften auf den fünf Themenfenstern. „In was für einer Stadt wollen wir leben?“, fragt eins der Fenster. Dort gehe es um Infrastruktur, erklärte Hülscher. Während der Marktplatz in Werne noch bis in die 70er Jahre als Pkw-Parkplatz genutzt worden sei, wandele sich das Verhältnis zum Auto inzwischen. „Es ist nicht mehr unbedingt ein Statussymbol“, so Hülscher.

Bürgermeister Lothar Christ begrüßte die Gäste zur Eröffnung.

 Sie schlug einen Bogen in die Zukunft und warf ein Gedankenspiel in den Raum: Wenn in nicht allzu ferner Zeit Autos ohne menschliches Zutun fahren würden, den Besitzer daheim absetzen und dann selbstständig außerhalb der Stadt parken würden – „wie gestalten wir dann den leeren Raum, der durch die nicht mehr benötigten Parkplätze entsteht?“ Im Fenster eines leer stehenden Ladenlokals am Roggenmarkt widmet die Ausstellung sich – passend zu ihrem Titel – dem Thema Geschwindigkeit. 

Eine römische Münze sei in der Antike etwa mit fünf Stundenkilometern in die hiesige Gegend gekommen, mitgebracht möglicherweise von einem Legionär. Der Münze gegenüber stellt die Ausstellung zwei Mangos. „Die rauschen beim Lufttransport mit bis zu 1000 km/h über unsere Köpfe hinweg“, sagte Hülscher. Würde ein Legionär von damals darüber nachdenken, „würde ihm schwindelig werden“.

 Die Ausstellung widmet sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft – genau, wie das Werner Museum. Auch, wenn Museen fälschlicherweise nicht unbedingt mit Mobilität in Verbindung gebracht würden, so Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer. „Ein Museum zeigte andere Lebenswelten, es fordert den Besucher auf, sich im Kopf zu bewegen und bestenfalls auch etwas in unserer Umgebung und Gesellschaft zu verändern“, verdeutlichte sie. 

Die Ausstellung läuft noch bis zum 20. Mai. Sie ist Teil des Museumsprojekts „Up’n Patt – Werne unterwegs“, für das 133 000 Euro Fördergelder aus dem Fond Stadtgefährten der Kulturstiftung des Bundes, von der am Sonntag ein Vertreter zur Eröffnung gekommen war, nach Werne flossen. Zu sehen ist die Ausstellung am Roggenmarkt 5, Bonenstraße 5 und 11, Kirchhof 6 sowie Steinstraße 34.

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