1. wa.de
  2. Lokales
  3. Werne

Werner Landwirte beteiligen sich an Blühstreifen-Programm

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Luise Lunemann, Klaus Brüggemann

Kommentare

null
Landwirt Robert Schulze Kalthoff (li.), sein Sohn Sören und Berufskollege Stephan Schulze Berge stellten das Blühstreifen-Programm an einem Maisfeld an der Stockumer Straße vor. © Eickmann

Werne - Mehr Lebensraum für Insekten schaffen ist vor dem Hintergrund der intensiven Landwirtschaft mit Monokulturen das Ziel des Blühstreifen-Programms. Auch die Werner Landwirte beteiligen sich daran.

Unter dem Motto „Blütenpracht am Wegesrand“ sorgen sie mit farbenprächtigen Feldrändern nicht nur für eine optische, sondern auch für eine ökologische Aufwertung der Landschaft. Der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Ortsvereins, Robert Schulze Kalthoff, und sein Kollege Stephan Schulze Berge stellten das Projekt jetzt vor. „Wir wollten gezielt etwas für den Artenschutz tun“, nennt Schulze Kalthoff einen Grund für die Aktion. „Ich fahre gerne Rad und da freut es mich, wenn den ganzen Sommer über bunte Blumen blühen“, steuert Schulze Berge ein weiteres Argument bei.

Aufruf der Landwirtschaftskammern

Mit der Idee, die Ackerstreifen mit bunten Blumen zu verschönern, stieß Schulze Kalthoff in Werne gleich bei zehn Landwirten auf Zustimmung. Insgesamt wurde ein Streifen von 1,5 Kilometern an Maisfeldern angelegt. „Die Landwirte verzichten bewusst auf einen Teil ihres Ertrages, den sie auf einer größeren Fläche erwirtschaften könnten“, sagte Schulze Kalthoff. Der Stockumer Landwirt hatte das Projekt bei seinen Kollegen in Umlauf gebracht. Vorreiter ist er damit allerdings nur in Werne. 

Im münsterländischen Havixbeck, dessen Landwirtschaftlicher Ortsverband auch die besondere Saatgutmischung erstellt hat, werden schon seit sechs Jahren die Feldränder mit Blumen verschönert. Die teilnehmenden Bauern folgen damit einem Aufruf der Landwirtschaftskammern, die inzwischen bundesweit die Berufskollegen zu diesen Initiativen auffordern. Die Blumen- und Kräutermischung am Werner Wegesrand ist eine Augenweide. Da konkurrieren pinkfarbene Malven mit orangenen Ringelblumen. Zarte Kornblumen und knallroter Klatschmohn bringen weitere Farbakzente. Auch Sonnenblumen, Kamille und Cosmea sind der bunten Mischung entsprungen. Die Nutznießer wie Schmetterlinge, Bienen und Insekten haben sich längst eingestellt. 

Neuauflage geplant

Der blühende Ackerstreifen könne allerdings nur an den Maisfeldern angelegt werden, erläutert Schulze Kalthoff. Die Aussaat der Samen erfolge zeitgleich mit der Maissaat im April. Damit möglichst wenig von den Samen verloren geht, hat Schulze Kalthoff Ende April zusammen mit seinem Sohn Sören die Aussaat von sechs Kilogramm Samen in Werne übernommen. Fast drei Monate später können die beiden die Früchte ihrer Arbeit bewundern. „Wir hoffen, im nächsten Jahr noch mehr Landwirte für das Projekt begeistern zu können“, sagte der Ortslandwirt. 

Wünschenswert sei eine Ausweitung auf fünf bis zehn Kilometer in Werne. „Im Kreis Coesfeld sind schon 100 Kilometer Randstreifen mit Blumen verschönert“, so Schulze Kalthoff. Auch in Herbern haben sich zahlreiche Landwirte der Aktion „Blütenpracht am Wegesrand“ in diesem Jahr erstmals angeschlossen. Im nächsten Sommer soll es eine Neuauflage geben. Die bunten Randstreifen wachsen dann wieder an den Maisfeldern. Da sich aber auch in diesem Jahr die Pflanzen versamen, ist davon auszugehen, dass sich die Aktion in den nächsten Jahren auf natürlichem Wege auf den Flächen fortsetzen wird.

Abpflücken unerwünscht

Auf eines weisen die Landwirte allerdings hin: Die Blüten fungieren als Nektarlieferant für die Insekten – sie sollten deshalb nicht abgepflückt werden. Auch die Stadt Werne hat sich beteiligt und an der B54 einen 300 Quadratmeter großen Blühstreifen angelegt. Mit mäßigen Erfolg allerdings, denn die üppige Farbenpracht stellte sich noch nicht so ein wie erwartet. Gisbert Bensch von der städtischen Tiefbauabteilung kündigte fürs nächste Jahr einen neuen Versuch an.

Auch interessant

Kommentare