Vorbereitungen auf den ersten Covid-19-Patienten

Werner Krankenhaus rüstet gegen das Coronavirus auf: mit weiteren Intensivbetten und Schulungen für Mitarbeiter

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Das Krankenhaus St. Christophorus hat die Kapazität seiner Intensivstation wegen der Corona-Krise auf 19 erhöht. Auch Narkosegeräte werden jetzt zur Beatmung eingesetzt.

Werne – Das Krankenhaus St. Christophorus baut wegen der Corona-Krise die Kapazität seiner Intensivstation aus. „Ab Wochenbeginn stehen uns neben den 14 bestehenden Intensivbetten fünf weitere zur Verfügung“, erläutert Standortleiter Ludger Risse.

Zur Erweiterung der Kapazitäten sind derzeit diverse Techniker und Handwerker im Einsatz. Sie richten Zimmer neu ein, darunter auch einen neuen Schockraum, und verlegen unter anderem Druckluftleitungen. An den meisten Intensivbetten können Patienten beatmet werden, die mit Blick auf die Ansteckungsgefahr isoliert liegen.

Möglich wird der Kapazitätsausbau durch das Zusammenziehen von Gerätschaften, erläutert Risse. So würden den Planungen nach auch Narkosegeräte zur Beatmung eingesetzt, was technisch problemlos möglich sei. „Wir improvisieren da natürlich ein wenig, hoffen darüber hinaus aber auch darauf, dass uns weitere Beatmungsgeräte zugewiesen werden.“ Dies geschehe von zentraler Stelle.

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Im Krankenhaus erlebt man derzeit die Ruhe vor dem Sturm. „Man sieht schon schwarze Wolken, aber spürt erst ein laues Lüftchen“, sagt Risse. Froh ist er, dass noch Zeit blieb/bleibt für weitere Vorbereitungen. Die betreffen auch das Personal.

Laut Risse wurde zuletzt bewusst auf planbare Operationen verzichtet. Die aktuelle Auslastung des Krankenhauses liege daher bei gerade einmal 30 Prozent, eine nicht mehr benötigte Station sei geschlossen worden. Parallel sei damit begonnen worden, die Mitarbeiter im Allgemeinpflegebereich durch Schulungen fit zu machen für andere Fachbereiche.

Schulungen für Mitarbeiter

Der Fokus liege dabei auf der zentralen Notaufnahme, wo immer auch Basisaufgaben zu erledigen seien, sowie auf der Isolier- und Intensivstation. In der Intensivpflege könnten generell auch Fachkräfte aus der Anästhesie eingesetzt werden, sagt Risse.

Der Standortleiter fügt hinzu, dass nicht nur im Bereich Medizin und Pflege alles getan werde, um dem durch Corona erwarteten Patientenandrang Herr zu werden. So habe etwa die Verwaltung in den zurückliegenden Tagen für jeden der rund 2 000 Mitarbeiter des Katholischen Klinikums Lünen-Werne (rund 450 davon in Werne) eine Bescheinigung ausgestellt für den Fall, dass es eine allgemeine Ausgangssperre gibt.

„Auch das ist ein Kraftakt, aber alle im Klinikum ziehen mit“, schildert Risse. Auf jeder Bescheinigungen seien Name und Wohnort des Mitarbeiters vermerkt. Das Papier weist den Inhaber als Beschäftigten in der sogenannten „kritischen Infrastruktur“ aus und soll das problemlose Erreichen des Arbeitsplatzes ermöglichen.

Über den Ausbau der Intensivkapazität informiert das Krankenhaus auch in den sozialen Medien. Von einer „Mammutaufgabe“ durch das Coronavirus ist die Rede, doch noch sei das Krankenhaus der Krankheit einen Schritt voraus. Das könne aber nur so bleiben, wenn die Menschen den direkten Kontakt zu anderen vermieden und sofern möglich zu Hause blieben. Bis Sonntagmittag wurde noch kein an Covid-19 erkrankter Patient im Krankenhaus St. Christophorus behandelt.

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