200 Werner gedenken der Kriegstoten

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Bürgermeister Lothar Christ legt am Ehrenmal im Steintorpark einen Kranz nieder.

Werne - 100 Jahre liegt das Ende des Ersten Weltkriegs zurück, der Beginn des Zweiten Weltkriegs jährt sich 2019 zum 80. Mal. Beim Volkstrauertag am Sonntag war die Anteilnahme der Werner Bürger groß wie selten.

Rund 200 Vertreter von Stadt, Kirchen, Vereinen, Institutionen und aus der Politik kamen in den Bürgersaal des Alten Rathauses, um der Opfer der Kriege zu gedenken. „Eine derart hohe Beteiligung habe ich während meiner Zeit in Werne bisher nicht erlebt“, freute sich Jürgen Schäfer, Pfarrdechant von St. Christophorus, bei seiner Ansprache. Er betonte, wie wichtig der Volkstrauertag sei. „Es gibt mittlerweile kaum noch Augenzeugen, die das Grauen der Weltkriege miterlebt haben und davon berichten können.“ Jeder müsse sich ins Gedächtnis rufen, wie besonders es sei, dass in Deutschland seit mehr als 70 Jahren Frieden herrsche.

Volkstrauertag in Werne 

Auch blickte Schäfer auf die Länder, in denen ein friedvolles Leben nicht möglich ist. „Was manche Staatsoberhäupter ihren Bürgern antun. Da denke ich mir: Passt doch auf‘“, so Schäfer. Die Sicherheit im eigenen Land sei ein wertvolles Gut.

Der katholische Geistliche verdeutlichte zudem, dass das Knüpfen freundschaftlicher Bande bestes Rezept gegen kriegerische Auseinandersetzungen sei. „Es ist wunderbar, dass wir uns über die sozialen Medien mit Menschen aus fremden Länder austauschen können“, betonte Schäfer. Als Beispiel nannte Schäfer unter anderem die Beziehung zwischen den Messdiener St. Johannes und den Ministranten aus Wernes Partnerstadt Bailleul. „Es ist schön, zu sehen, dass ehemalige Erzfeinde mittlerweile durch eine enge Freundschaft verbunden werden“, so der Pfarrdechant. 

„Die Jungs hatten ihre Zeit noch vor sich“

Schäfer berichtete überdies von seinem Besuch der belgischen Stadt Ypern. Große Teile der Stadt seien während des Ersten Weltkriegs zerstört worden. „Dort liegen auf einem Friedhof über 44 000 deutsche Jugendliche begraben.“ Viele von ihnen seien nur 16, 18, oder 20 Jahre alt geworden. Schäfer: „Ungelebte Leben: Das waren Jungs, die ihre Zeit noch vor sich hatten.“

„Die Vergangenheit ist nicht vergessen“

Auch Bürgermeister Lothar Christ berichtete in seiner Rede von einem Besuch in der Region Flandern. „Die Vergangenheit ist nicht vergessen“, hob er hervor. Auch Soldaten aus Werne hätten in den Schlachten um Flandern ihr Leben gelassen. 

Nach der Andacht machten sich die Teilnehmer auf den Weg zur Kranzniederlegung am Ehrenmal im Steintorpark. Die lange Reihe aus Schützen, Feuerwehrleuten, und vielen weiteren Offiziellen bot ein eindrucksvolles Bild. Währenddessen läutete die Herzglocke der Christophorus-Kirche. Sie wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von Werner Familien in Erinnerung an die Gefallenen gespendet. Dies symbolisiere den Stellenwert, den der Volkstrauertag seit jeher in Werne habe, so Schäfer

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