Organisatoren begeistert über Resonanz

Hunderte Werner demonstrieren für das Klima

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Bei der Demonstration „Fridays for Future“ gaben vor allem die Kinder und Jugendlichen den Anliegen der Klimaschützer eine Stimme. Aus ihren Kehlen schallten die Lieder und Parolen der Bewegung am kräftigsten.

UPDATE: Die Bewegung „Fridays for Future“ ist in Werne angekommen: Hunderte von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen trafen sich am Freitag zu einer Demonstration für mehr Klimaschutz auf dem Hagen. Von dort zogen sie singend und skandierend zum Stadthaus, wo sie ihre Forderungen vortrugen.

Werne - „Das ist Wahnsinn, ich kriege eine Gänsehaut, wenn ich die vielen Leute sehe“, sagte Andreas Drohmann von der Werner Initiative „Parents for Future“. Wie viele es genau waren, darüber gingen die Meinungen auseinander. 350 schätzte die Polizei, über 500 meinten die Organisatoren von „Parents for Future“.

In jedem Fall beeindruckte die Menge an diesem sonnigen Freitagmittag. Auch in ihrer Zusammensetzung: „Vom Baby bis zum Greis ist alles dabei“, stellte Drohmann fest. Mit Jubel und Applaus wurde der vierte Jahrgang der Wiehagen-Schule begrüßt, der mit Schulleiterin Klaudia Funk-Bögershausen und einigen Lehrerinnen aufmarschiert war.

„Wir sind hier im Rahmen unseres Umweltprojekttages, den wir heute mit den Viertklässlern durchnehmen“, erklärte Funk-Bögershausen. Das Thema „Umweltschutz“ brenne den Grundschülern unter den Nägeln.

Demo für Klimaschutz  in Werne 

Vier Sechstklässler des St. Christophorus-Gymnasiums hatten sich der Demonstration ebenfalls angeschlossen. Sie hatten sich dazu die Erlaubnis vom Klassenlehrer geholt. „Wir haben ihm gesagt, der Klimawandel geht nicht an uns vorbei, das betrifft uns als Generation von morgen“, sagte Jule.

Dass Schülergruppen vom Freiherr-vom-Stein-Berufskolleg teilnahmen, fand Schulleiter Helmut Gravert in Ordnung. „Wir haben kommuniziert, dass die Demo heute zum Weltklimastreik stattfindet. Wer teilnehmen wollte, konnte sich vom Unterricht befreien lassen.“

Protestzug vor das Stadthaus

Ein früherer Schüler des Anne-Frank-Gymnasiums, Hannes Bartsch, gab den Demonstranten auf dem Hagen einige Denkanstöße mit auf den Weg. Er plädierte dafür, Klimaschutz und Antifaschismus zu verbinden. „Der Rechtsruck stellt eine Gefahr für die Anliegen der Klimabewegung dar, weil er notwendige Konsequenzen blockiert“, warnte der Student.

Nach ihm trat Winfried Hoch vom ADFC Werne ans Mikrofon und warb für eine Verkehrswende, für „weniger Mief durch den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs und bessere Bedingungen für Radfahrer“.

Um die Zukunft ihrer Babys sorgte sich eine Teilnehmerin.

Dann marschierte der Demonstrationszug über Burgstraße und Roggenmarkt vors Stadthaus. Die katholische und die evangelische Kirchengemeinde unterstützten die Klimaschützer mit Glockengeläut und Präsenz: Pfarrer Alexander Meese sowie die Pastoralreferenten Maria Thiemann und Manfred Hojenski gingen mit. Als der Zug an ihr vorbeikam, hob eine Radfahrerin den Daumen hoch und rief: „Super macht ihr das.“ „Es ist nicht schlecht“, sagte eine andere Passantin. „Ich hoffe nur, die Jugendlichen tun später auch etwas dafür und fahren keine SUVs.“

Stadt in die Pflicht genommen

Vor dem Rathaus trug Dr. Hermann Steiger von der Lokalen Agenda konkrete Forderungen der Demonstranten vor: „Die Stadt soll bei allen zukünftigen Entscheidungen prüfen, welche Auswirkungen diese auf das Klima haben. Wird nicht die klimaschonendste Möglichkeit gewählt, muss das ausführlich begründet werden.“

Viele Werner beteiligen sich an der Klima-Demo.

Bürgermeister Lothar Christ zählte Folgen des Klimawandels auf. Das gefiel nicht allen. „Die Fakten kennen wir, aber was tut die Politik?“, murmelte ein Mann. Ein anderer Bürger fragte laut, was die Stadt jetzt unternehmen wolle. „Natürlich muss die Stadt ihren Teil der Verantwortung erkennen“, so Christ. „Wir haben das Thema im Blick und werden am 9. Oktober im Stadtrat detailliert darüber sprechen.“

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