Ärtze schließen Streik für Honorarerhöhung nicht aus

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Ärztesprecher Dr. Hans Piepenbrock. ▪

WERNE ▪ Die rund 40 niedergelassenen Ärzte in Werne unterstützen die Forderung ihres Spitzenverbandes nach einer deutlichen Erhöhung der Honorarsätze. Das unterstreicht ihr Sprecher Dr. Hans Piepenbrock im Gespräch mit dem WA.

Ob sich die hiesigen Mediziner an möglichen Warnstreiks beteiligen und Praxen schließen, um den Druck auf die Krankenkassen zu erhöhen, ließ er offen. „Darüber müssen wir uns noch abstimmen.“

Piepenbrock räumt ein, dass die von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) geforderte Erhöhung um elf Prozent wenig Akzeptanz in der Bevölkerung findet. Komme jedoch der Schlichterspruch von 0,9 Prozent zum Tragen, könnten die Ärzte die allgemeinen Kostensteigerungen nicht auffangen; Praxen seien in ihrem Fortbestand bedroht.

Eine Erhöhung der Honorare unterhalb der Teuerungsrate wäre laut Ärztesprecher zudem eine fatales Signal an den Nachwuchs. Entweder die Kassen merkten nicht, dass der Arztberuf für junge Leute mehr und mehr an Attraktivität verliere, oder sie seien gezielt darauf aus, die Versorgung der Patienten zurückzufahren, um Kosten zu sparen, so Piepenbrocks Einschätzung.

Was die ausreichende Versorgung mit Ärzten angehe, so sei Werne zwar eine „Insel der Glückseligen“, insgesamt aber spiegelten die Zahlen einen Mangel wider. „In rund der Hälfte der 27 Bezirke in Westfalen-Lippe haben wir zum Beispiel zu wenige Hausärzte“, berichtet Piepenbrock. Betroffen seien vor allem ländliche Regionen und Gebiete mit sozialen Brennpunkten. Beispiel Bergkamen: „23 Ärzte müssten es hier sein. Wir haben aber nur 19, und davon sind ein Viertel über 60 Jahre alt.“

Warnstreiks und Praxisschließungen, wie es sie auch in Werne vor einigen Jahren flächendeckend gab, schließt Piepenbrock im Zuge des neuerlichen Honorarstreits nicht aus. Sie hätten sich in der Vergangenheit aber auch „als stumpfes Schwert“ erwiesen, solange weiterhin Notfälle behandelt würden. „Das sitzen die Kassen aus.“ ▪ am

Ausführlicher Bericht in der Donnerstagausgabe des WA.

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