„Schneekanone“ soll Eichenprozessionsspinner früh bekämpfen

Dem Eichenprozessionsspinner geht in diesem Jahr schon früh an den Kragen.
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Dem Eichenprozessionsspinner geht in diesem Jahr schon früh an den Kragen.

Werne - Der Mai ist noch nicht gekommen, aber die Bäume schlagen schon aus. Auch die Eichen. Und damit locken sie einen gefährlichen Schädling an: den Eichenprozessionsspinner.

Die jungen Eichenblätter locken die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) magisch an. Damit dieser Schädling nicht zur Gefahr für Menschen wird, will Straßen NRW die unangenehmen bis gefährlichen Tierchen rechtzeitig bekämpfen. „Ab Donnerstag, 16. April 2020, sind wir im Bereich Werne, Lünen und Selm tätig“, sagt ein Sprecher der Straßenmeisterei in Unna.

Zur Bekämpfung des Schädlings kommt ein sogenanntes Biozid zum Einsatz. Das sind Chemikalien oder Mikroorganismen zur Bekämpfung von Schädlingen, in diesem Falle speziell für Eichen. „Eine Fachfirma aus Kalkar ist für uns im Einsatz“, sagt der Sprecher. Und zwar an Bundes- und Landstraßen, in Werne etwa an der Stockumer Straße zwischen den Ortsteilen Werne und Stockum, wo in Höhe des Gewerbegebietes Brede in den vergangenen Jahren zahlreiche Eichen befallen waren.

Werne: Kampf gegen den Eichenprozessionsspinner

Durch das frühzeitige Besprühen mit dem Gift hofft Straßen NRW auf eine deutliche Reduzierung der EPS-Raupen. Man müsse jetzt, wenn die Eiche austreibt, sprühen. Dann sei die Erfolgschance zur Reduzierung des Schädlings am besten, heißt es vonseiten der Straßenmeisterei.

Das Biozid sprüht die Firma mit einer Spritze auf die Blätter. Die Spritze ähnelt im Aufbau einer Schneekanone. Der Sprecher der Straßenmeisterei: „Wir schaffen gerade selbst eine solche Maschine an, um künftig auch eigenständig den Eichenprozessionsspinner bekämpfen zu können.“ So funktioniert das Anti-EPS-Biozid.

Die Firma Angelkort saugte im vergangenen Jahr an der Stockumer Straße EPS-Nester ab. Nun soll ein Biozid frühzeitig die Ausbreitung der Raupen verhindern.

Ein Bodenbakterium liefert den Ausgangsstoff für das spezielle Mittel, mit dem die jungen Raupen des Eichenprozessionsspinners bekämpft werden. Die Raupe frisst das Blatt und erst im Darm der Raupe entfaltet der für Menschen und Tiere ungefährliche Stoff seine Wirkung.

Die Raupen sterben ab, bevor sie das für den Menschen gefährliche Lebensstadium erreichen können. „Wir vermindern so die Bereiche, in denen später die Raupen auftauchen“, heißt es seitens Straßen NRW. Seit mehreren Jahren schon versucht Straßen NRW die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners einzudämmen. Bislang geschah das durch die Vergabe von Aufträge an Fachfirmen. Straßenmeisterei Unna schafft eigene Spritzen an

Mit dem Einsatz eigener Spritzen könne der Landesbetrieb nun wirtschaftlicher und vor allem noch flexibler reagieren. Der Sprecher der Straßenmeisterei Unna: „Beim Einsatz des Biozids kommt es darauf an, die Blätter in einem engen Zeitfenster zu besprühen, damit die Wirkung auch zuverlässig einsetzt.“ - Jörg Heckenkamp

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