Thomas „Stan“ Overmann erhält den Verdienstorden der Bundesrepublik

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Thomas Overmann (Zweiter von rechts) nach der Ordensverleihung mit Ehefrau Doris, Bürgermeister Lothar Christ (links) und Landrat Michael Makiolla.

Werne - Der wohl bekanntester Ehrenamtler der Stadt, Thomas Overmann, hat den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten.

Den nahm er am Donnerstag fast schon ehrfürchtig, dafür aber, wie man ihn kennt, mit einem breiten Lächeln aus den Händen von Landrat Michael Makiolla entgegen. Schon im August 2014 wurde angeregt, Overmann mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auszuzeichnen.

Die Idee stammt nicht aus den Reihen des Werner SC oder der Karnevalisten der IWK, sondern von seinem langjährigen Friseur Thomas Thiel. Der Verdienstorden ist die einzige allgemeine und damit zugleich höchste Auszeichnung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.

Warum es bis zur Auszeichnung länger als drei Jahre gedauert hat, erklärte der Landrat, der die Verleihung im Auftrag von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Gut Opherdicke durchführte: „Über die Bezirksregierung in Arnsberg sowie die Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen wurde ein offizielles Ordensverfahren eingeleitet. Zunächst galt es, in dem Verfahren nähere Informationen über die ehrenamtlichen Tätigkeiten einzuholen. Dazu wurden die in der Ordensanregung benannten Personen um eine Stellungnahme gebeten.“

Keine Frage, die Befragten aus den Bereichen Fußball und Karneval dürften viel über das Engagement des 59-Jährigen zu berichten gehabt haben. Beispielsweise, dass Overmann schon mit 21 Jahren Verantwortung beim damaligen SSV Werne übernahm, als er sich zum Jugendgeschäftsführer wählen ließ; ein paar Jahre später avancierte er zum Chef der Jugendabteilung. im Jahr 2000 war er an der der Zusammenführung von SSV und Sportfreunde 67 zum Werner SC maßgeblich beteiligt. Selbstverständlich übernahm Overmann nach erfolgter Fusion direkt wieder die Leitung der Jugendabteilung.

Nicht maßgeblich für die Begründung der Auszeichnung, aber unvergessen ist der Coup, mit dem es Overmann vor 17 Jahren gelungen ist, die komplette Fußball-Jugendabteilung einheitlich einzukleiden. Eine Aktion, für die der Mitarbeiter der Stadtverwaltung den sogenannten „Ballscheck“ ins Leben rief. Die Ende der Geschichte ist bekannt – er sammelte Spenden in Höhe von 12 000 Euro, mit denen das Ziel realisiert wurde, die Jugend komplett mit Trikots und Trainingsanzügen auszustatten. Die besondere Aktion belohnte der Deutsche Fußballbund mit der Ehrenmedaille. Seit 2014 ist Overmann, der heute Vorsitzender der Fußballabteilung ist, und gleichzeitig die Jugendabteilung des WSC leitet, der erste Preisträger der lokalen Ehrenamts-Auszeichnung „SportFreund“.

„Herr Overmann setzt sich ein, bewegt etwas. Die Jugend liegt ihm besonders am Herzen. Sein Einsatz für die Jugendlichen geht weit über den sportlichen Bereich hinaus. Ob es darum geht, Ausbildungsplätze zu besorgen oder Probleme zu erkennen, sein Ziel ist es, Lösungen zu finden und auch bei der Umsetzung mitzuhelfen. Ob internationale Begegnungen oder Jugendfreizeiten: Herr Overmann ist dabei und engagiert sich“, zitierte Makiolla aus der offiziellen Ordensbegründung.

Auch die anderen Einsatzgebiete wurden darin nicht vergessen. Seit 22 Jahren ist Overmann Mitglied der Interessengemeinschaft Werner Karneval. Über zwei Jahrzehnte engagierte er sich hier im Vorstand als Pressesprecher, dazu war er 2002 Karnevalsprinz der Stadt. Als Mitglied des Fördervereins Stadtmuseum Werne hat Overmann dazu viele Spenden gesammelt, die noch immer zum Erhalt des Stadtmuseums beitragen.

An seine erste Begegnung mit dem Standesbeamten erinnerte sich nach der offiziellen Verleihung Bürgermeister Lothar Christ. „Als ich 2003 meinen Dienst bei der Stadt Werne antrat, brauchte es nicht lange, bis ich einen Mitarbeiter kennenlernte, der einem stets gut gelaunt begegnet, immer einen humorvollen Spruch parat hatte und den alle nur mit Stan ansprachen.“ Dass der noch immer genutzte Spitzname auf Stan Libuda, den populären Rechtsaußen bei Schalke 04 zurückgeht, brachte das Stadtoberhaupt in eine passende Gleichung: „Wie hatte man doch über den berühmten Rechtsaußen spaßeshalber gesagt: An Gott kommt keiner vorbei, außer Stan Libuda. In Werne könnte man sagen: An Thomas Overmann kommt keiner vorbei, wenn es um Fußball und das Ehrenamt geht – und dies ohne Einschränkung.“ Lutz Hammer, Vorstands-Chef des WSC brachte den unermüdlichen Einsatz auf einen Nenner: „Thomas hat für das Vereinsleben in Werne sehr viel getan.“

Der Geehrte selbst zeigte in seinen Dankesworten bescheiden. „Das Ganze ist nur in einem Team zu schaffen. Wir bekommen uns zwar manchmal an die Köpfe und haben noch kein neues Vereinslied, aber fest steht, dass man alleine gar nichts ist, sondern man muss eine gute Mannschaft haben.“ Großen Dank richtete der frischgebackene Verdienstorden-Träger an seine Familie: „Da habe ich immer alle Unterstützung bekommen, die ich brauchte.“

Auch bei der Leezenbörse zeigte Overmann vollen Einsatz.

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