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Schüler-AG aus Werne festigt Gedenken an Opfer der Zwangsarbeit

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Schülerinnen des Anne-Frank-Gymnasiums besuchen die „Gedenkstätte Zwangsarbeit Werne“.
Schülerinnen des Anne-Frank-Gymnasiums besuchen die „Gedenkstätte Zwangsarbeit Werne“. © AFG

Eine Schüler-AG des AFG beschäftigt sich schon länger mit dem sogenannten „Russischen Friedhof“. Jetzt plant sie eine Aktion am 27. Januar zum Gedenken an die Zwangsarbeiter.

Werne - Das Anne-Frank-Gymnasium in Werne bietet eine Arbeitsgemeinschaft an, die WEREmember-AG, welche sich mit der Stadtgeschichte in Werne auseinandersetzt. Wie die Schülerinnen und Schüler der AG erklären, orientieren sie sich bei ihren Aktionen an einem Zitat von Anne Frank, der Namensgeberin der Schule. „Wie herrlich ist es, dass niemand eine Minute zu warten braucht, um damit zu beginnen, die Welt langsam zu verändern.“

AG mit Plänen für Gedenkstätte

Seit dem 27. Januar 2022, dem Holocaust-Gedenktag, hat die Arbeitsgemeinschaft die Patenschaft für den „Russischen Friedhof“ in Werne übernommen. Diese Übergabe erfolgte feierlich im Rathaus in Werne. Sie kümmern nicht nur um die Pflege für die Grabstätte. Bereits umgesetzt haben die Schüler die neue Namensgebung. Der „Russische Friedhof“ heißt nun „Gedenkstätte Zwangsarbeit Werne“. Das ist der Arbeitsgemeinschaft aber nicht genug. Sie hat noch weitere Pläne.

Zum einen wollen die Schüler für eine praktische Verkehrsanbindung sorgen, zum anderen das Gelände neu gestalten. Hierzu wollen sie beispielsweise Sitzmöglichkeiten in Form von Steinquadern schaffen, die nicht nur Besucher dazu einladen, einen Moment zum Gedenken an die Verstorbenen zu verweilen, sondern auch eine Option für den Schulunterricht darstellen. Die Idee der Schüler ist es, eine Art Aufklärungsunterricht direkt vor Ort zu ermöglichen.

Aktion am Holocaust-Gedenktag

Am diesjährigen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, dem 27. Januar, organisiert die Arbeitsgemeinschaft des Gymnasiums eine weitere Aktion. Auf dem Christophorus-Kirchplatz in Werne ist von 8.30 bis 13 Uhr eine Installation zu sehen, die sich unter dem Titel „Erinnerungen wachhalten – 111 Lichter gegen das Vergessen“ mit dem Schicksal der verstorbenen Zwangsarbeiter befasst. Für jeden Verstorbenen zünden die Schüler eine Kerze an. Während die insgesamt 111 Kerzen am Vormittag leuchten, wollen die AFG-Schüler allen Vorbeikommenden und Interessierten von ihrer Arbeit berichten.

Der zweite Teil der Veranstaltung beginnt um 17 Uhr und findet an der Gedenkstätte am Südring statt. Bürgermeister Lothar Christ will vor Ort eine kurze Ansprache halten. Die Schüler der AG planen, von ihren Eindrücken zu erzählen und anschließend einen Kranz für die Verstorbenen niederzulegen.

Gegen das Vergessen

Die Schüler der WEREmember-AG wollen sich gegen das Vergessen der Menschen wehren. „Unser Anliegen ist es, die in Vergessenheit geratene Gedenkstätte den Bürgern in Werne ins Gedächtnis zu rufen und an das Schicksal der Opfer zu erinnern“, erklären sie. Aus diesem Grund würden die Schüler den Friedhof am 27. Januar in das Herz der Stadt zurückholen. - von Kaija Sollich

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