„Am Solebad“

Corona-Ausbruch: Seniorenzentrum richtet Isolierstation ein

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In dem Werner Seniorenzentrum "Am Solebad" ist am Montag (4. August) ein Corona-Ausbruch mit zehn Infizierten bekannt geworden

Am Montag ist ein Corona-Ausbruch in einer Pflegeeinrichtung mit zehn Infizierten bekannt geworden. Nun hat sich das Seniorenzentrum offensiv an die Öffentlichkeit gewandt.

Werne - Bei der von einem Corona-Ausbruch betroffenen Pflegeeinrichtung in Werne, die am späten Montagnachmittag (3. August) bekannt geworden ist, handelt es sich um das Werner Seniorenzentrum „Am Solebad“. Die Einrichtung - die nun unter Quarantäne steht - ist mit dieser Information am Dienstag offensiv an die Öffentlichkeit gegangen.

Den Angaben der Einrichtung zufolge werde dort nun ein „umfangreiches Isolations- und Quarantänekonzept“ umgesetzt. „Eine Ausbreitung der Infektion soll so weitgehend verhindert werden“, heißt es von der Leiterin der Einrichtung, Sabine Oboda.

Coronavirus in Werne: Isolierstation im Seniorenzentrum „Am Solebad“ 

Nach Informationen der Regionalleiterin von Protalis in Düsseldorf, Ina Büffel, zu der auch die Werner Einrichtung gehört, sei in dem Werner Seniorenzentrum am vergangenen Freitag (31. Juli) ein Bewohner getestet worden, nachdem bekannt geworden war, dass die Person Kontakt zu einem Coronafall gehabt haben könnte. In der Region haben die Seniorenzentren strengere Auflagen - so auch in Bönen

Am Samstag (1. August) lag dann das positive Ergebnis vor. „Nach der positiven Testung eines Bewohners leitete das Seniorenzentrum umgehend Vorsorge- und Quarantänemaßnahmen ein“, heißt es von Sabine Oboda am Dienstagmorgen. Daraufhin wurden laut Büffel noch am vergangenen Samstag die rund 70 Bewohner sowie 40 bis 50 Mitarbeiter der Einrichtung auf das Virus getestet. Dies habe Stunden gedauert.

Infolge der Massentestungen am Samstag waren sieben weitere Senioren als mit dem Coronavirus infiziert identifiziert worden. Bei den zwei verbleibenden Infizierten handelt es sich nach Auskunft der Einrichtung um Mitarbeiter.

„Um gegenseitige Infektionsrisiken weitgehend unterbinden zu können, haben wir in den betroffenen Wohnbereichen Isolationsschleusen und erweiterte Desinfektionsbereiche errichtet“, sagt Oboda, „die positiv getesteten Bewohner bleiben somit alle auf ihren Zimmern, werden engmaschig beobachtet und betreut.“ 

Kreis Unna kündigte zweite Testungsreihe Ende der Woche an

Sabine Oboda betont, dass nach wie vor eine hohes Infektionsrisiko in Seniorenresidenzen bestehe und man das Virus nicht unterschätzt werden sollte: „Wir appellieren immer wieder an unsere Bewohner, unbedingt alle Schutzmaßnahmen auch beim Verlassen der Einrichtung zu befolgen.“

Die Einrichtungsleiterin lobt in diesem Zusammenhang auch die „hervorragende Zusammenarbeit und den engen Austausch“ mit den zuständigen Behörden. Man stehe in ständigem Kontakt, der auch am Wochenende beidseitig gehalten würde.

Coronavirus in Werne: Tests laufen weiter

Wie der Kreis Unna angekündigt hatte, wird es am Ende der Woche eine zweite Testung der Bewohner und Mitarbeiter geben. Eine Ermittlung der entsprechenden Kontaktpersonen läuft weiter. „Die Heimaufsicht und das Gesundheitsamt unterstützten durchgeführten Maßnahmen in jeder Hinsicht“, so die Einrichtungsleitern. Ebenso seien die Angehörigen ins Bild gesetzt worden und würden regelmäßig informiert.

Schon Ende April dieses Jahres hatte es einen Corona-Ausbruch in der zweiten Protalis-Einrichtung - dem Seniorenzentrum „Freiherr-vom-Stein-Straße“ - in Werne gegeben. Damals hatten sich ebenfalls mehrere Bewohner mit dem Coronavirus infiziert. Aktuell liegt die Zahl der bisher Infizierten in Werne bei 104 - 22 davon gelten aktuell noch als erkrankt (Stand 3. August). Im gesamten Kreis Unna hat es bisher 915 Infektionen gegeben, 107 gelten noch als erkrankt. - Eva-Maria Spiller

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