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Viele Menschen in Werne-Horst fragen sich: Lohnt sich ein Gas-Anschluss?

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Werne: Bürgermeister Lothar Christ begrüßte die Westnetz-Vertreter und zahlreiche Menschen aus Horst zu der Gasnetz-Infoveranstaltung am Dorfgemeinschaftshaus.
Bürgermeister Lothar Christ begrüßte die Westnetz-Vertreter und zahlreiche Menschen aus Horst zu der Gasnetz-Infoveranstaltung am Dorfgemeinschaftshaus. © Günther Goldstein

Lohnt sich in der aktuellen Gas-Krise überhaupt ein neuer Gas-Anschluss? Mit dieser Frage befassten sich am Freitagabend zahlreiche Horster bei einer Info-Veranstaltung zum Gasnetz.

Werne - Der Ortsteil Horst wächst. Es gibt Neubaugebiete, die die Anzahl der Eigenheime wachsen lässt. Seit 2015 bemühen sich die Stadt Werne und der Versorger Westnetz um einen dortigen Anschluss an die Versorgung mit Erdgas. Jetzt hatten sie gemeinsam zu einer Informationsveranstaltung auf das Gelände des Dorfgemeinschaftshauses eingeladen.

Bürgermeister Lothar Christ begrüßte am Freitagabend, 9. September 2022, im Dorfgemeinschaftshaus Horst die zahlreichen Anwohner und die drei Vertreter von Westnetz. „Vor einem Jahr hätten wir diese Versammlung sicherlich ganz anders führen können als heute“, sagte er. „Die Voraussetzungen für den Verbrauch von Erdgas haben sich leider dramatisch verändert. Trotzdem ist es wichtig, dass wir die Sache jetzt weiterverfolgen“.

Mit dem Ausbau der Straßenverbindung von Horst nach Stockum war es möglich geworden, die Hauptversorgungleitung für Gas zumindest bis an den Ortseingang zu realisieren. Nun steht die weitere Verteilung für die Abnehmer an. Und genau diesem Punkt in der Energieversorgung galt diese Versammlung.

Nach dem Bürgermeister ergriff nun Dirk Wißel das Wort, der für die West Energie als kommunaler Manager tätig ist. Die Netz GmbH als Betreiber gehört zu 51 Prozent der Stadt Werne, und zu 49 Prozent Westnetz. Über sie findet das Erdgas den Weg zu seinen Abnehmern.

Westnetz erläutert Grundbedingung der Gas-Verteilung

Der Fachmann sprach zunächst über die wichtigsten Rahmenbedingung des geplanten Ausbaus. „Die Versorgung aller Haushalte mit Strom ist gesetzlich geregelt und vorgeschrieben. Die Versorgung mit Gas nicht. Da achtet die Bundesnetzagentur auf die Details und kann die Anbindung untersagen. Es kommt also darauf an, dass sich möglichst viele Anwohner für einen Anschluss melden“.

Explodierende Gaspreise und unsichere Ankündigungen aus der Politik machten die Entscheidung zurzeit wahrlich nicht einfach. „Die Umgestaltung bei den Heizungen stehen bisher nur im Koalitionsvertrag, aber noch nicht in Verordnungen oder Gesetzen. Wir wissen also noch nicht genau, was auf uns zukommt“. Gemeint war damit letztlich die Frage: Womit werden wir in Zukunft unsere Gebäude heizen? Werden wir irgendwann durch das jetzige Gasnetz mit Wasserstoff versorgt? Sind Wärmepumpen allein das Allheilmittel? Fragen, die derzeit keiner wirklich beantworten kann.

Ältere Gebäude in Horst stehen im Fokus

Im Fokus standen an diesem Abend für die Horster im Dorfgemeinschaftshaus in erster Linie die älteren Gebäude im Ortsteil Horst. Davon gibt es exakt 128 an der Zahl. Für sie wurde von den Westnetz-Vertretern ein Anschlussplan vorgestellt, mit einer Gesamtlänge von zwei Kilometern Leitungsbau und einer Bauzeit von etwa zwei Jahren. Einhergehen könnte das mit einem Netzausbau anderer Versorgungsleitungen.

Zwei weitere Fachleute von Westnetz gingen nun ins Detail. Sie legten den interessierten Teilnehmern die Art und Weise der Hausanschlüsse dar und informierten über die formale Abwicklung bei der digitalen Bestellung eines Anschlusses. Schon da setzte eine rege Beteiligung der Anwesenden ein und es gab viele Fragen zu Einzelheiten.

Die Stadt hatte dafür gesorgt, dass diese wichtige Gesprächsrunde auch ein wenig gemütlich werden konnte. Sie spendierte Getränke und Rostbratwürste. Für den deftigen Regenguss fast zu Ende konnte sie natürlich nichts.

- von Günther Goldstein

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