Abdinghof: Pkw in Brand, Wohnhaus zerstört

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Der Brand des Dachaufbaus hat das Haus im Abdinghof schwer beschädigt, die Brandnester erforderten massiven Schaumeinsatz.

[Update 12.55 Uhr] Werne - Durch einen Fahrzeugbrand unter einem Carport ist Samstagmorgen ein Wohnhaus am Abdinghof zerstört worden. Die Bewohner kamen nicht zu Schaden, die Löscharbeiten waren besonders schwierig.

Die Brandursache ist noch unklar. Fest steht für Wernes Feuerwehrchef Thomas Temmann aber, dass zuerst der Kleinwagen unter dem hölzernen Abdach vor den Haus in Flammen stand und diese dann im Nu auf das vorkragende Obergeschoss übergegriffen haben. Bei den Haus handelt es sich im einen Bungalow, der vor etlichen Jahren in Holzbauweise aufgestockt worden ist. Durch die zahlreichen Hohlräume im Konstrukt breitete sich das Feuer rasend schnell aus.

„Wir konnten nur noch zusehen, wie uns das Feuer davon lief“, berichtete Temmann, „Allein aus dem Strahlrohr an der Drehleiter löschen wir mit 1 600 Litern Wasser pro Minute. Aber wir haben die Flammen nicht aus bekommen.“ Der Stadtbrandinspektor geht davon aus, dass zusätzlich Gas den Brand befeuert hat, das in Folge der Hitze aus einer Therme im Obergeschoss ausgetreten ist. „Wir haben parallel den Gasanschluss abgedreht, danach wurde es deutlich weniger.“

Ein Bewohner war durch das Knistern des Feuers am Carport wach geworden und hatte gegen 6.18 Uhr die Feuerwehr alarmiert, kurz darauf wählte auch ein Nachbar den Notwurf. Die Leitstelle meldete einen Garagenbrand und ließ zunächst den Löschzug Stadtmitte ausrücken. „Wir haben beim Eintreffen dann sofort Vollalarm ausgelöst, weil wir zusehen konnten, wie sich das Feuer durch das Dachgeschoss fraß“, berichtete Temmann. 50 Einsatzkräfte aus allen Werner Einheiten waren am Kopf der Sackgasse im Thünen in Aktion, konnten aber die Zerstörung nicht mehr abwenden.

Die Löscharbeiten dauerten bis zum späten Vormittag an, weil den Brandnestern im Gebälk kaum beizukommen war. Die Kameraden fluteten alle Winkel mit Schaum, doch es rauchte und loderte immer wieder aus den Dachsparren. Erschwerend kam hinzu, dass die Photovoltaikanlage auf den Gauben das Öffnen des Daches erschwerte. „Hier hätten wir die Cobra noch einmal gut gebrauchen können, aber das Gerät haben wir am Montag an die nächsten Kameraden weitergegeben“, so der Feuerwehrchef. Wie berichtet, waren Wernes Retter im Zuge eines NRW-Projekts für einige Zeit mit diesem Kaltschneide-Löschsystem ausgestattet worden, mit dem sich Mauern durchstoßen lassen.

Abdinghof: Pkw in Brand, Wohnhaus zerstört

So war für die Löschangriff auch massiver Atemschutz erforderlich. Der Einsatzleiter forderte dem Kreis einen Container mit zusätzlicher Ausrüstung an. „Die Kameraden waren bis zu vier und fünf Mal unter schwerem Atemschutz tätig. Das geht an die Grenzen der körperlichen Belastbarkeit.“

Voll des Lobes war Thomas Temmann für die Nachbarschaft am Abdinghof. „Die Unterstützung hier ist großartig. Dafür werden wir uns noch persönlich bedanken. Die Nachbarn haben Kaffee gekocht, ihre Garagen als Unterstand geöffnet und einer hat uns seine Toilette angeboten, was bei einem stundenlangen Einsatz sehr hilfreich ist.“ Die Anwohner standen auch den Betroffenen mit Trost und Anteilnahme zu Seite, als sich allmählich das beträchtliche Ausmaß der Schäden offenbarte.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlung der Brandursache aufgekommen. Die Schadenshöhe muss noch bemessen werden.

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