Kostenlose Testmöglichkeit

Stadt Werne stampft Corona-Schnelltest-Zentrum aus dem Boden

Während es vielerorts Unklarheiten über die versprochenen Corona-Schnelltests gibt, macht die Stadt Werne Nägel mit Köpfen. Sie stampft ein Schnelltest-Zentrum aus dem Boden.

Werne - Nach den Vereinbarungen zwischen der Bundeskanzlerin und den Ministerpräsidenten sollen zukünftig zur Bekämpfung der Corona-Pandemie neben der Impfstrategie kostenlose Schnelltests eingesetzt werden. Während das vielerorts noch unklar ist, wie das laufen kann, macht die Stadt Werne Tempo und richtet ein Schnelltestzentrum ein. „Trotz unklarer Rechts- und Finanzierungsfragen haben wir bereits am vergangenen Donnerstag (...) mit den konkreten Vorplanungen begonnen“, berichtet Bürgermeister Lothar Christ.

StadtWerne
Fläche76,08 km²
BürgermeisterLothar Christ

„Denn einerseits ist diese weitere Säule der Pandemiebekämpfung eine sehr sinnvolle, andererseits können wir jetzt nicht tagelang darauf warten, dass alle Details geklärt sind.“ sagt Christ mit Verweis auf die Inaussichtstellung der wöchentlichen kostenlosen Schnelltests ab dem 8. März. Das Werner Schnelltestzentrum entsteht auf dem Parkplatz am Hagen (Solebad).

Schnelltestzentrum in Werne: Ärzte und Apotheker unterstützen

Eine wichtige Grundlage für die Planung eines kommunalen Schnelltestzentrums bildete der im Rahmen verschiedener Videokonferenzen geführte intensive Informationsaustausch und Schulterschluss mit den heimischen Ärzten und Apotheken, die fast ausnahmslos ihre Unterstützung angekündigt haben. Diese werden durch den Werner Ärzte-Sprecher Dr. Christian Ruhnau vertreten.

„Uns geht es darum, schnell genügend Testmöglichkeiten in Werne zu bieten und auch darum, die Arztpraxen und Apotheken zu entlasten“, so Ruhnau und Apothekerin Julia Matlachowsky ergänzt: „Schließlich dürften nicht erst aber spätestens dann, wenn mit den vorgesehenen negativen Testbescheinigungen gewisse Privilegien verbunden sind, vermehrt Tests angefragt werden. Uns haben bereits zahlreiche Anfragen erreicht. Es ist uns daher sehr wichtig, zeitnah eine einfach zugängliche Testmöglichkeit für alle Werner Bürger und Bürgerinnen anbieten zu können“.

Das Technische Hilfswerk hat am Sonntag, 7. März 2021, die Zelte für das Schnelltestzentrum in Werne errichtet.

Schnelltestzentrum in Werne: Ausgebildete Fachkräfte

Die verbindliche Zusage einer personellen Beteiligung seitens der Apotheker und Ärzteschaft stellt darüber hinaus sicher, dass stets ausgebildete Fachkräfte im Schnelltestzentrum für eine medizinisch-fachliche Durchführung der Tests sorgen werden, wobei externes Personal zuvor durch die eingebundenen Ärzte und Apotheker geschult wird.

Das Corona-Schnelltestzentrum entsteht auf einem Teil der bisher als Parkraum genutzten Parkfläche am Hagen, wo das Technische Hilfswerk (THW) bereits am Sonntag drei großflächige Zelte in unterschiedlichen Größen aufgestellt hat. THW-Ortsbeauftragter Siegfried Wingenfeld: „Immer, wenn in besonderen Situationen wie diesen Hilfe erforderlich ist, freuen wir uns, mit unseren Kompetenzen und unserem Gerät unterstützen zu können.“

Schnelltestzentrum in Werne: Parkplatz Hagen ist gut erreichbar

Die Versorgung mit Strom und Wasser ist dort ebenso sichergestellt, wie die Lagerung weiterer Materialien im (noch geschlossenen) Solebad. „Uns kam es von vorn herein darauf an, einen gut erreichbaren möglichst barrierefreien Ort, der vor allem auch schnell verfügbar ist, auszuwählen“, erläutert der städtische Ordnungsdezernent Frank Gründken.

Unter Beteiligung der in Werne angesiedelten Firma satis&fy werden die Zelte mit erforderlichem technischen Equipment ausgestattet, um die einzelnen Test-Abläufe professionell abzuarbeiten. Eine LAN/WLAN-Verbindung ist inzwischen beantragt und soll spätestens am Dienstag (9. März) Daten übertragen können. „Die Veranstaltungsbranche hat die Pandemie extrem getroffen. Aber es liegt uns im Blut, schnell und flexibel auf neue Herausforderungen zu reagieren“, so Philipp Reher von satis&fy.

Schnelltestzentrum in Werne: Online-Terminvergabe und Telefon

Geplant ist grundsätzlich eine Online-Terminvergabe mit telefonischer Anmeldemöglichkeit, damit bereits die notwendigen Daten der jeweils zu testenden Person vorab erfasst werden können und somit die Testverfahren vor Ort beschleunigt werden können. „Wir sind dem THW Ortsverein, den satis&fy-Verantwortlichen und nicht zuletzt auch den Ärzten und Apothekern sehr dankbar für die Unterstützung. Damit werden die Kompetenzen in unserer Stadt gebündelt.“, sagt Lothar Christ, der bei der weiteren Planung auch auf ehrenamtliche Unterstützung durch Mitglieder und Aktive aus heimischen Gruppen, Vereinen und Verbänden hofft.

Schnelltestzentrum in Werne: Zeitpunkt der Eröffnung noch unklar

Wann genau das Schnelltestzentrum seine Arbeit aufnehmen kann, hängt derzeit von den noch nicht vorliegenden Verordnungen ab. Parallele Testungen sollen abhängig von der Nachfrage und dem vorhandenen Personal in drei festen Kabinen sowie in einem „Drive Through“ erfolgen. Verwendung finden werden nach derzeitigem Stand qualitativ hochwertige Schnelltests, die bei einem positivem Befund ohne zweiten Abstrich für den anschließend notwendigen PCR-Test genutzt werden können.

Die Dokumentation der Tests erfolgt datenbankgestützt und das Testergebnis wird kurze Zeit später online zur Verfügung stehen. Hierdurch kann der Nachweis eines negativen Testergebnisses z.B. bei zukünftig geplanten Lockerungen deutlich einfacher erfolgen. Ebenso wird die Übergabe positiver Befunde an das Kreisgesundheitsamt vereinfacht.

Schnelltestzentrum in Werne: Anerkennung des Kreis-Gesundheitsamtes

Damit das Schnelltestzentrum am Hagen seinen Betrieb aufnehmen kann, muss zuvor eine Anerkennung des Kreis-Gesundheitsamtes aus Unna vorliegen, mit dem die Gespräche aufgenommen worden sind. „Diese Anerkennung ist zwingend erforderlich, um die anfallenden Kosten beim Bund geltend machen zu können“, weist Dezernent Frank Gründken auf ein wichtiges Detail hin. - Von Jörg Heckenkamp

Corona-Tests versprechen mehr Freiheit. Aldi verkauft Schnelltests, Lidl, dm, Rossmann und Edeka ziehen nach. NRW nennt Anlaufstellen für kostenlose Tests. Ein weiteres Instrument, das Deutschland aus dem Lockdown befreien soll, ist eine App zur Kontaktnachverfolgung. Der Kreis Warendorf ist Modellregion und testet die Luca-App.

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