Werne bietet digitalen Wegweiser für Flüchtlinge an

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Sozialarbeiter Markus Niebuhr stellte mit Kerstin Ludwig von der AGF die Info-App für Flüchtlinge vor.

Werne - Mit der "Integreat-App“ erhalten Flüchtlinge und ihre Helfer in Werne ab sofort rund um die Uhr Antworten auf die verschiedenen Fragen, wie „Wo und wie kann ich die deutsche Sprache lernen?“ „Wo bekomme ich Hilfe, wenn ich Anschreiben nicht verstehe oder Anträge schreiben muss?“

„Integreat-App“ so heißt das System, das an der TU München mit einer Förderung des Bundes für das kostenlose und nach einmaligem Download auch offline nutzbare Angebot konstruiert wurde. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik an der Uni Münster hat die Stadt daraus eine lokale Plattform erstellt. Werne ist die bundesweit neunte Kommune, die das System zur Entlastung aller Beteiligten nutzt. „Aus der Politik und von den Ehrenamtlichen kam die Anregung, schnell und einfach die wichtigsten Informationen zur Verfügung zu stellen“, sagte Markus Niebuhr bei der Vorstellung der App mit Amtsleiterin Kordula Mertens und Kerstin Ludwig von der Arbeitsgemeinschaft Flüchtlinge (AGF).

Als Sozialarbeiter ist Niebuhr seit März für die Flüchtlingsbetreuung von Amts wegen zuständig und zugleich Bindeglied zu den Ehrenamtlichen. Der Aufbau der App war einer der ersten Arbeitsaufträge. „Wir hatten das Glück, dass die Uni Münster gefragt hat, ob sie solch ein Angebot in einem Projekt für Studenten auflegen kann“, berichtete Mertens. Aus dem Grundgerüst mit 100 Seiten filterte Niebuhr mit den Praktikern etwa 30 heraus, die in Werne von Bedeutung sind. „Wir haben uns mit der AGF gefragt: Was muss da rein?“, so Niebuhr. Die Helfer, allen voran Ursula Rinnen vom Vorstandsteam, haben sich um Sammlung der Informationen, etwa zu Ärzten oder Second-Hand-Geschäften, verdient gemacht und auch für die ersten Übersetzungen gesorgt.

Ehrenamtliche sammeln Infos und übersetzen

Mohammed Amer von der AGF hat den Auftritt komplett ins Arabische übertragen, Englisch und Französisch sind im Aufbau. „Persisch beziehungsweise Fasi für die Menschen aus dem Iran und Afghanistan wäre noch wichtig. Vielleicht kann uns da noch jemand helfen“, warb der Sozialarbeiter um Unterstützung. Auch Hinweise auf inhaltliche Ergänzungen seien willkommen. Smartphones eröffnen Flüchtlingen wichtige Kommunikationskanäle. Sie stehen, wie an Hot Spots in der Stadt oft zu beobachten, so untereinander und mit der Heimat in Kontakt.

Kein Ausbau der WLan-Zugänge

Einen Ausbau der WLan-Zugänge, etwa in den Wohnheimen, plant das Sozialamt aber nicht. „Wir warten auf die Freifunk-Initiative, die das Stadtmarketing voran bringen will“, sagte Mertens. Damit soll das noch spärliche Netz ausgebaut werden. Der „B-Treff“ der AGF an der Burgstraße 22 bietet zudem zwei Laptop-Arbeitsplätze.

Kontakt: Markus Niebuhr, Tel. 71 744, E-Mail: m.niebuhr@werne.de

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