Straßenkriminalität sinkt

Weniger Straftaten: Kreispolizei bilanziert niedrigste Fallzahl seit zehn Jahren

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Kreis Unna – Noch erfreulicher als im Land zeigt sich das Bild, das die Kriminalitätsstatistik der Kreispolizeibehörde Unna für die Städte und Gemeinden im Kreis Unna (ohne Lünen) zeichnet.

Die Zahl der gemeldeten Fälle sank auf 18.174 Fälle und erreichte damit einen neuen Tiefstwert der vergangenen zehn Jahre. 2017 lag die Zahl bei 19.507. Die Aufklärungsquote stieg 2018 auf 51,18 Prozent.

Straftaten gingen um sieben Prozent zurück, und wir liegen 14 Prozent unter dem Mittelwert der vergangenen zehn Jahre. Das ist eine tolle Nachricht für die Menschen im Kreis Unna“, bilanzierte Landrat Michael Makiolla als Dienstherr der Kreispolizeibehörde. 

Straßenkriminalität sinkt: Sicherheitsgefühl steigt

Entscheidend vor allem für das Sicherheitsempfinden der Bürger sei die Tatsache, dass die Straßenkriminalität insgesamt um 600 Fälle zurückgegangen sei und die Zahl der Wohnungseinbrüche, die zwischen 2012 und 2016 exorbitant hoch gewesen war, um weitere zehn Prozent reduziert werden konnte. „Wir liegen 2018 fast 60 Prozent unter dem Höchstwert aus 2015“, verdeutlichte Makiolla.

Einen Grund für die positiv zu wertenden Zahlen in der Kriminalitätsstatistik sei die wirtschaftliche Entwicklung, ein anderer aber der Erfolg der präventiven Aktion von Polizei und anderen Akteuren. „Die konsequente Ausrichtung der Polizei auf die Bekämpfung von Einbruchsdelikten sowie Straßen-, Gewalt- und Jugendkriminalität zeigt Wirkung“, sagte Makiolla.

Kontrollaktionen gegen Clans

Doch trotz deutlich sichtbarer Wirkung werde man dort nicht nachlassen. „Das wird ein Schwerpunkt der Arbeit bleiben.“ Ein weiterer wird hinzukommen: Im vergangenen Jahr hatte die Polizei bereits in Großstädten verstärkt Razzien und Durchsuchungen im Kampf gegen kriminelle Familienclans durchgeführt, das soll in diesem Jahr auch Schwerpunkt der Polizei im Kreis Unna werden. Auch wenn es kein akutes Thema im Kreis sei, „wir leben hier nicht in der Illusion, dass es das hier gar nicht gibt“, sagte Makiolla.

Mit Blick auf einen möglichen Verdrängungseffekt der kriminellen Clans von den Großstädten in die Landkreise kündigt Makiolla an, dass es auch im Kreis Unna größere Kontrollaktionen geben könnte, sobald sich ein entsprechender Verdacht gegen hier lebende Mitglieder der kriminellen Clans ergäbe. 

Gemeinsam mit den Bürgermeistern, der Justiz, Zoll und Schulaufsicht soll auch die Kleinkriminalität in den Städten weiter bekämpft werden.

Die deutlich gesunkenen Zahlen in der Statistik lassen sich nicht auf ein zurückgehendes Anzeigeverhalten von Opfern zurückführen. „Im Gegenteil“, sagt Kriminaldirektor Frank Kujau, Leiter der Kriminalpolizei. „Heute werden mehr Dinge angezeigt als früher. Dass etwas untereinander geregelt wird, das gibt es nicht mehr.“ Die Leute wendeten sich wesentlich häufiger an die Behörden.

Sexualdelikte haben zugenommen 

Die im Kreis Unna angezeigten Delikte waren überwiegend Diebstähle (37,8 Prozent), Vermögens- und Fälschungsdelikte (17,24 Prozent) und Rohheitsdelikte (15,09 Prozent). Straftaten gegen das Leben betrugen lediglich einen Anteil von 0,02 Prozent. „Dabei handelte es sich dreimal um Totschlag und einmal Tötung auf Verlangen. Alle Fälle, wozu auch Abtreibungen zählten, wurden aufgeklärt.“ 

Zugenommen haben im Kreis aber Sexualdelikte (+ 42, 2018: 194 gegenüber 2017: 152) und Leistungsbetrug (+ 17). Überfallartige Vergewaltigungen habe es aber nicht gegeben, sagt Kujau. Täter und Opfer hätten sich meist gekannt. „Allerdings nimmt das Maß der dann zugefügten Gewalt zu“, musste Kujau sagen. „Das ist eine bedenkliche Entwicklung.“

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