Vereine und Schulen blockieren das Hallenbad

Wenig Schwimmfläche unter der Woche: Unmut über Parallelbetrieb 

+

Werne – Neben dem öffentlichen Betrieb im Solebad finden im Sport- und Familienbad unter der Woche auch das Schulschwimmen, das Training der Vereine und Kursangebote statt. Seit Anfang Mai hat das Solebad komplett auf den Parallelbetrieb umgestellt. Die Folge: Die Schwimmfläche für den zahlenden Badegast reduziert sich – unter der Woche mitunter ganz erheblich.

Nur am Wochenende sind das Multifunktionsbecken und das Hallensportbecken ganztags (fast) ohne Einschränkungen zugänglich (sonntags ab 19 Uhr im Sportbecken nur zwei Bahnen). 

Das Multifunktionsbecken ist werktags nur morgens von 6 bis 8 Uhr für die regulären Badegäste vorgesehen. Im Sportbecken können alle Bahnen nur von 6 bis 7.45 Uhr genutzt werden. Donnerstags und freitags sind jeweils den ganzen Tag über zumindest zwei bis drei Bahnen für den öffentlichen Betrieb zugänglich. 

Die hellgrünen Flächen zeigen die öffentlichen Betriebszeiten im Multifunktions- (links) und Sportbecken: Das Vereinsschwimmen ist in Blau dargestellt, das Schulschwimmen in Dunkelgrün.

Das führt vereinzelt zu Unmut bei den Badegästen – auch wenn der Gast an der Kasse auf die Belegung der Becken hingewiesen und der Plan auf einem Bildschirm im Eingangsbereich abgebildet werde, wie Bad-Leiter Jürgen Thöne versichert. 

Konzept beinhaltet Parallelbetrieb

Er verstehe die Kritik der Badegäste, weist aber deutlich auf das dahinter stehende Konzept hin. „Wir haben neben dem öffentlichen Betrieb auch den Auftrag, die Vereine und Schulen unterzubringen. Das Konzept des Solebads beinhaltet einen Parallelbetrieb“, so Thöne. 

Daher müsse das Solebad alle wassersporttreibenden Vereine in Werne mit ihren Trainings- und Kurszeiten unterbringen. Und das nach Angaben von Thöne bewusst unter der Woche: „Das Besucherverhalten hat sich verändert. 

Unter der Woche besteht kein hoher Bedarf für das öffentliche Schwimmen.“ Das Konzept des Parallelbetriebs sei schon immer so angedacht gewesen. Als „Gewöhnungsprozess“ bezeichnet Thöne die aktuelle Situation. In diesem Gewöhnungsprozess steckten derzeit auch die Vereine und Schulen, sagt Jürgen Zielonka, der Vorsitzende des Stadtsportverbands, auf Anfrage. 

Einige Vereine und Schulen fehlen noch

„Wir müssen alle lernen, mit dem neuen Bad umzugehen“, sagt er mit Blick auf die Abstimmungsprozesse zwischen Bad-Leitung und Vereinen im Arbeitskreis Wassersport. „Wir haben den Belegungsplan gemeinsam erarbeitet. Alle Positionen sind berücksichtigt worden – und es funktioniert.“ 

Zielonka betont aber auch, dass noch nicht alle Vereine in das neue Bad umgezogen sind. Nach den Sommerferien sei der Punkt erreicht, an dem alle Vereine und Schulen im neuen Bad den Winterbetrieb starten. Erst dann sei das Bedarfs-Maximum erreicht. 

Startet bald endlich die Freibad-Saison in Werne?

Aktuell fehlen noch Vereine und Schulen aus Stockum. Zum 13. Juli, dem Beginn der Sommerferien, stellt das dortige Lehrschwimmbecken endgültig seinen Betrieb ein. „Manche Schulen wollten noch ihr Schuljahr zu Ende führen. Gefühlsmäßig nutzen aktuell 80 Prozent der Vereine und Schulen die Übungszeiten im Solebad“, sagt Thöne.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare