Corona-Impfung

Wegen Corona-Schutz: Wird anderer Impfstoff knapp in Werne?

Dr. Stefan Heuer (rechts) und Peter Dercken auf diesem Archivbild im Empfangsbereich ihrer Praxis an der Stockumer Straße.
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Dr. Stefan Heuer (rechts) und Peter Dercken auf diesem Archivbild im Empfangsbereich ihrer Praxis an der Stockumer Straße.

Wird Impfstoff gegen andere Krankheiten knapp, weil sich die Produktion auf Covid-19-Vakzine konzentriert? Mit dieser Frage beschäftigen sich etwa Werner, die einen Auslandsurlaub planen.

Werne - Wer einen Urlaub in außereuropäische Länder plant, was derzeit ja nicht mehr so abwegig ist, muss sich oft mit dem Thema Impfungen beschäftigen. Etwa dem Klassiker Gelbfieber-Schutz in vielen afrikanischen Ländern oder auch Tetanus-Auffrischungen. Schnell kommt da die Frage auf, ob genug an derartigen Vakzinen vorhanden ist.

Denn durch die weltweit hochgefahrene Produktion an Corona-Impfstoffen könnte es doch, so die Vermutung, an anderer Stelle zu Engpässen kommen. Das ist in Einzelfällen auch möglich, „aber generell bekommen wir alles an Impfstoff, was wir benötigen“, sagt Dr. Stefan Heuer von der Gemeinschaftspraxis Heuer und Dercken in Werne auf Anfrage.

Der Run auf den Corona-Piks lässt nach

Natürlich stünden bei seiner Praxis mit insgesamt vier Ärzten auch die Corona-Schutzimpfungen im Vordergrund. Doch der Run auf den Piks lasse nach. Heuer: „Es gibt keine nennenswerten Wartezeiten mehr bei uns. Die Zeiten, da 1000 Patienten auf der Warteliste standen, sind vorbei.“

Tatsächlich gebe es bisweilen wieder Nachfragen etwa nach Gelbfieber-Impfungen. „Das habe ich im Juni vier oder fünf Mal gemacht“, so Heuer. Dabei habe es sich zum Beispiel um Leute gehandelt, die Reisen nach Afrika im Rahmen von Hilfsprojekten

Auch Impfstoffe etwa gegen Lungenentzündung oder Gürtelrose seien in seiner Praxis problemlos zu bekommen. Da dort viel geimpft wird, „haben wir kein Problem, an große Gebinde von Gürtelrosen-Impfungen zu gelangen“. Ein Problem könnte es allerdings bei Privatpatienten geben, die einzelne Dosen in der Apotheke kaufen müssten. „Da kann es zu Lieferproblemen kommen“, sagt Heuer.

Zu Engpässen kam es dagegen im Frühjahr bei den Tierärzten. Dort gab es zum Teil nicht genügend Impfstoffe und Medikamente für Hund und Katze, Pferd oder Kleintiere. Eine Umfrage dieser Redaktion bei Werner Veterinär-Medizinern ergab allerdings kein klares Bild, ob die Knappheit an der starken Covid-19-Vakzine-Produktion lag. - von Jörg Heckenkamp

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