Extremsportler Großerichter berichtet über seine Weltumrundung

Thomas Großerichter (re.) und Volksbank-Prokurist Martin Eikel.

WERNE -  „Boah“, „Wahnsinn“, „Oh, je“ – die spontanen Kommentare der Besucher von Thomas Großerichters Erlebnis-Vortrag am Dienstagabend im Kolpinghaus über seine Erdumrundung in Rekordzeit waren zwischen Hochachtung und Unglaube angesiedelt. Hochachtung vor der Leistung des 27-jährigen Extremsportlers aus Herbern, Unglaube gegenüber der Tatsache, welche Strapazen ein Mensch freiwillig auf sich nimmt.

Großerichter hat in 105 Tagen, einer Stunde und 44 Minuten mit dem Fahrrad 18 000 Meilen (rund 29 000 Kilometer) zurückgelegt und dabei fünf Kontinente durchquert. Für die bis dato schnellste Weltumrundung mit dem Fahrrad gab es einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde (WA berichtete).

Welche Strapazen sich hinter diesen nackten Zahlen verbergen, darüber konnten sich die Besucher auf Einladung der Volksbank im Kolpinghaus aus erster Hand informieren. Mit Anekdoten, Witz, viel Foto- und Videomaterial nahm Großerichter das bunt gemischte Publikum quasi auf dem Gepäckträger mit auf die kräftezehrende Reise – auf der nicht alles nach Plan lief.

Vor allem die erste Etappe hatte es in sich. Vom Startpunkt in Berlin aus wollte der 27-Jährige in nur sechs Tage Istanbul erreichen. Doch schon in Polen hielt eine Autopanne Großerichter und sein Team auf. Während andere zu diesem Zeitpunkt wohl schon verzagt hätten, motivierte den Extremsportler der Vorfall eher. „Ich habe gemerkt, dass ich Widrigkeiten gleich zu Anfang brauche“, erklärte Großerichter. Auch andere Zwischenfälle wie Verfahren oder Probleme an der moldawisch-ukrainischen Grenzen nahm der 27-Jährige sportlich. „Ich fahre gerne bei Druck“, so Großerichter.

Verlorene Kilometer holte der Extremsportler auf den anderen Kontinenten wieder herein. In Neuseeland hatte er sogar Muße, um die Landschaft zu genießen, obwohl das natürlich nicht im Zentrum des Projekts stand. „Um Reisen im engeren Sinn ging es natürlich nicht.“

Jung und Alt waren gleichermaßen von der Leistung des 27-Jährigen begeistert. Schon in der Pause stellten sie ihm eine Frage nach der anderen. Unter anderem zum Rahmen des Rekordrades, das er mit ins Kolpinghaus gebracht hatte (Großerichter: „Mit Original-Dreck.“), der Sponsorensuche, der Verpflegung, seinem Team und zur Motivation.

Seine Erlebnisse will Großerichter übrigens in Buch festhalten. Die Arbeit daran, habe er bereits aufgenommen, teilte der 27-Jährige mit. - sh

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