Volles Haus und Sticheleien beim 12. LiteraTurnier

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Die Mitstreiter des LiteraTurniers (hinten v.l.): Claudius Reimann (Saxophonist und Autor), Magnus See (Verleger), Hartmut Marks (Kunstverein), Gudrun Hanisch (Stadtbücherei-Förderverein), Hubertus Waterhues (Bücher Beckmann). Vorne v.l.: Liane Jäger (Kabarettistin), Dieter Vatheuer (Moderator), Ludger Burmann (Schauspieler).

Werne - Das LiteraTurnier ging am Mittwochabend in die zweite Auflage. In der Bücherei ging es gewohnt lebhaft und leidenschaftlich zur Sache - Sticheleien inklusive.

Dass ernsthafte literarische Auseinandersetzung überaus unterhaltsam verpackt werden kann, beweist das LiteraTurnier der Stadtbücherei und Buchhandlung Bücher Beckmann schon seit sechs Jahren. In der zwölften Ausgabe am Mittwochabend ging es, getreu dem hochprozentigen Motto „LesBar“, gewohnt lebhaft und leidenschaftlich zur Sache. Mit knapp 80 Zuhörern, darunter ebenso viele Neueinsteiger wie Alteingesessene, füllte sich der Raum der Bücherei schnell bis auf den letzten Platz.

Den üblichen regen, stetig steigenden Zuspruch für das belletristische Ereignis erklärt sich Mitveranstalter und -initiator Hubertus Waterhues von Bücher Beckmann mit der „unglaublichen Bandbreite in der Besetzung.“ Tatsächlich macht besonders die Interaktion der verschiedenen Charaktere der Stammbesetzung, namentlich Moderator Dieter Vatheuer, Schauspieler Ludger Burmann, Kabarettistin Liane Jäger, Seelsorger Hartmut Marks und Verleger Magnus See den Reiz des LiteraTurniers aus.

Wenig schmeichelhafte Passagen über Werne

Dass die Vielbeschäftigten zweimal jährlich die Zeit finden, ein Buch vorzustellen und gleichzeitig die der Mitredner zu lesen, rechnet Waterhues der bunten Gruppe hoch an, ebenso schätzt er die Kooperation zwischen Buchhandlung und Bücherei: „Es ist toll, wie in Werne eine Hand in die andere greift.“ Was die Buchauswahl betrifft, fungiert er als Anregungsgeber und stellt auch über die fünf vorgestellten Werke hinaus für das Publikum zahlreiche Empfehlungen zusammen.

Besondere Aufmerksamkeit und oft polarisierende Meinungen wurden diesmal den Büchern „Shotgun Lovesongs“, „Baba Dunjas letzte Liebe“, „Auerhaus“ und „Task Force Hamm“ zuteil; letzteres enthält sogar eine – nicht gerade schmeichelhafte – Passage über Werne. In den Werken werden die Liebe und das Leben, Freundschaft, Glück und Einsamkeit behandelt, in Wisconsin, Tschernobyl oder dem Ruhrgebiet. Den gemeinsamen Nenner bildet der Alkohol, der in verschiedenster Form auch den Zuhörern angeboten wurde.

Publikum schreibt Eindrücke in poetischer Form nieder

Die Einnahmen aus dem Verkauf ebenso wie alle Eintrittsgelder kommen dem Förderverein für die Anschaffung neuer Medien und Literatur zugute. Musikalische Begleitung Erstmals fand man in Claudius Reimann eine musikalische Begleitung des von Sticheleien und direkten Worten geprägten Abends; der Saxophonist nutzte die Gelegenheit, sein kürzlich in Magnus Sees Verlag veröffentlichtes Werk „Ist das Jazz oder kann das aus?“ vorzustellen.

Weiterhin zur Unterhaltung trugen etwa das obligatorische Phrasenschwein oder der einen Running Gag aufgreifende Verleger-Sketch von See und Burmann bei. Das Publikum wurde mit eingebunden, als es die Möglichkeit bekam, die Eindrücke des Abends in kritischer und möglichst poetischer Form niederzuschreiben. Den Verfassern der gelungensten Anmerkungen winkten Wellness- und Tierpark-Gutscheine sowie Bücher.

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