Virtueller Bummel mit Google wieder in Diskussion

WERNE ▪ Datenschützer schlagen Alarm, Bundesaußenminister Westerwelle will verhindern, dass Aufnahmen seiner Wohnung ins Internet gelangen, Bundesinnenminister de Maizière rät hinsichtlich eines neuen Gesetzes zur Gelassenheit, und der Verbraucher weiß schon längst nicht mehr, was er davon halten soll: Google-Street-View ist (wieder) in aller Munde.

Was es mit dem neuen Programm des Internet-Riesens auf sich hat, können Bürger auf der Homepage der Stadt Werne nachlesen. Auf der Startseite befindet sich eine Schaltfläche „Google Street View“. Nach einem Klick erfahren Interessierte, was Street View überhaupt ist und an wen sich der Bürger wenden muss, wenn er nicht möchte, dass sein Haus im Internet zu sehen ist. Es stehen Muster-Widersprüche zum Herunterladen zur Verfügung und über Verlinkungen gelangt man zu den Homepages des Bundesdatenschutzbeauftragten, zu Google selbst und zum Hamburgischen Beauftragten für den Datenschutz. Für Probleme mit einem Widerspruch ist die Datenschutzaufsicht in Hamburg zuständig, da die deutsche Vertretung von Google in der Hansestadt sitzt.

Seit gestern ist auch die Online-Widerspruchsmöglichkeit gegen die Veröffentlichung von Häuseransichten auf der Google-Seite selbst in Betrieb. Eine Verlinkung von der Homepage der Stadt Werne gibt es jedoch (noch) nicht. Bis zum 15. September soll das Ausblenden eines Hauses über http://www.google.de/streetview beantragt werden können. Wenn Street View eingeschaltet wird, werden diese Häuser nicht zu sehen sein, verspricht der US-Konzern.

Wie viele Aufrufe die Google-Street-View-Seite auf der Homepage der Stadt Werne hatte, ist nach Aussage von Stephan Elsner vom Verwaltungsservice der Stadt nicht nachvollziehbar. Viele Anrufe besorgter Werner seien seines Wissens nach aber bislang nicht eingegangen. Dass die Stadt auf ihrer Homepage dennoch auf die Widerspruchs-Möglichkeiten hinweist, ist Folge eines Beschlusses des Haupt- und Finanzausschusses. „Wie sehr sich Werner nun tatsächlich gegen das Abfilmen ihres Hauses wehren, ist schwer einzuschätzen. Für uns war es aber mit wenig Aufwand möglich, die Seite mit den entsprechenden Informationen einzurichten“, sagt Elsner.

Erste Bilder von Google-Street-View sind in Werne im Juli 2009 erfolgt. Nach Auskunft von Google seien bereits seit 2008 für Street-View Aufnahmen gemacht worden, so dass entsprechende Fahrzeuge bereits in allen Landkreisen und kreisfreien Städten unterwegs waren. In diesem Jahr seien im Wesentlichen nur noch Lücken gefüllt und Fahrten dort wiederholt worden, wo es technische Probleme mit dem Bildmaterial gegeben habe. Für die Wirksamkeit eines Widerspruchs, so heißt es auf der Homepage der Stadt, sei es übrigens unerheblich, ob das Gebäude tatsächlich bereits gefilmt wurde oder aber noch aussteht. ▪ oel

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