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Nach Rowdy-Fahrt: Vier Radler und eine falsche Tablette kommen Frau teuer zu stehen

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Von: Sylvia Mönnig

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Eine Frau nimmt eine Pille
Eine Wernerin hat die falsche Tablette genommen und sich hinters Steuer gesetzt. In Kombination mit den zuvor getrunkenen Radlern war das keine gute Idee. © picture alliance / dpa

Der Mix aus Alkohol und einer falschen Tablette machte eine Wernerin im Sommer 2019 im wahrsten Wortsinne fahruntüchtig. Kollisionen inklusive. Nun musste sich die 46-Jährige vor dem Amtsgericht Lünen verantworten.

Werne – Vier Alster trank die Wernerin am Abend des 19. Juni, kehrte heim und merkte, dass sie nach einem nicht sonderlich schönen Tag gerne mit jemandem reden würde. Sie rief eine Freundin an, die anbot, dass die 46-Jährige zu ihr kommen könne. Also fuhr die schwerkranke Frau los, nahm aber zuvor noch eine Tablette. 

Dabei kam es offenbar zu einem Versehen. Sie erwischte das Mittel, das ihr helfen sollte, nachts schlafen zu können. Die Folgen: Auf der Paul-Gerhardt-Straße fuhr sie gegen eine Mauer und einen Zaun, erwischte zuvor noch einen fremden Wagen, war nicht mehr dazu in der Lage, den richtigen Gang einzulegen, und schlief vielleicht sogar ein. 

Mit 0,62 Promille hinterm Steuer

Anwohner, die gegen 1 Uhr von dem Getöse aus dem Schlaf gerissen wurden, verständigten die Polizei. Eine Untersuchung bescheinigte der Unfallfahrerin 0,62 Promille. Ihr Führerschein wurde umgehend sichergestellt. 

Nun saß die Wernerin in Lünen auf der Anklagebank und schämte sich sichtlich. Sie, die sich bisher nie etwas hatte zu Schulden kommen lassen, räumte die Fahrt unter Alkoholeinfluss offen ein, verwies auf die vier Bier-Limo-Mixgetränke und auf die Tablette, die sie offenbar vertauscht habe. Der Vorfall setzte ihr zu. „Dass das total falsch war, das weiß ich. Das ist nicht gut. Das sollte man auf jeden Fall nicht machen.“ 

Verfahren gegen Geldbuße eingestellt

Ihre glaubhafte Reue und Einsicht sowie das leere Strafregister sprachen für die 46-Jährige. Hinzu kam, dass zumindest an dem Zaun und der Mauer kein sichtbarer Schaden entstand, wie Zeugen berichteten. Die Besitzerin des Zaunes brachte es trocken auf den Punkt: Bei dem Zaun wurde eher das Auto beschädigt. Auch der fremde Wagen wurde offenbar nicht großartig in Mitleidenschaft gezogen. Daher erhielt die Wernerin die Chance, einer Verurteilung zu entgehen: Ihr Verfahren wurde vorläufig gegen 400 Euro Geldbuße eingestellt. 

Den Führerschein erhielt sie noch im Gericht zurück. Sobald sie die 400 Euro Geldbuße gezahlt hat, kann der Fall endgültig ad acta gelegt werden. Zum Abschied wurde Strafrichter Ulrich Oehrle allerdings deutlich: „Die Geschichte sollte sich nicht wiederholen. Alkohol und Auto – das schließt sich aus.“

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