Zu viele Anmeldungen: Spiegel-Schule muss Schüler ablehnen

WERNE - Das große Interesse der Eltern an der vor zwei Jahren gegründeten Marga-Spiegel-Sekundarschule wäre eigentlich ein Grund zum Feiern. Doch die Lust auf Sekt wird für Schulleiter Hubertus Steiner und Schuldezernentin Elke Kappen getrübt.

171 Kinder, davon 141 aus Werne, wurden für das Schuljahr 2014/2015 angemeldet, nur 125 erhalten jetzt die Aufnahmebestätigung. Am vergangenen Samstag hat das Los entschieden, welche 46 Kinder keinen Platz in der 5. Klasse erhalten. Darunter sind 27 Kinder aus Werne.

Mit den aktuellen Anmeldezahlen setzt die mit fünf Zügen genehmigte Sekundarschule ihre Erfolgsserie seit ihrer Gründung fort und stellt Schulleitung und Stadt Werne wie in den Vorjahren vor Probleme. 2012 und 2013 wurde der Elternwunsch durch die Einrichtung einer 6. Klasse erfüllt, doch für dieses Jahr hat das Schulministerium in Düsseldorf eine Ausnahmegenehmigung nicht erteilt. Die Entscheidung teilte das Ministerium am Dienstag mit. Mit der Ausnahmege nehmigung hätten weitere 25 Kinder aufgenommen werden können.

Schulleiter Hubertus Steiner freut sich sehr, dass das pädogische Konzept des langen gemeinsamen Lernens von den Eltern so gut angenommen wird. Dass er allerdings Schüler abweisen musste, sei bitter. Er betonte ausdrücklich, dass eine Auswahl nicht nach dem Leistungsstand der Schüler erfolgt sei – sprich, dass schlechtere Schüler aussortiert worden seien. „Wir haben kein Kind aufgrund seiner Leistung geopfert. Das widerspräche schon unserem pädagogischen Konzept“, sagte Steiner. So seien die Schüler in drei Leistungsstufen – von Förderbedarf bis hin zur Empfehlung für das Gymnasium – eingeteilt worden, und aus jedem Topf seien am Samstag dann die 125 Schüler ausgelost worden, die in den 5. Klassen aufgenommen und dort gemeinsam unterrichtet werden. Darunter seien auch fünf Schüler mit dem Förderbedarf Lernen und fünf Schüler mit Handicap gewesen.

113 der aufgenommenen Schüler stammen aus Werne, die restlichen zwölf aus umliegenden Städten. Wäre der 6. Zug genehmigt worden, hätte das nicht bedeutet, dass auch alle Werner Schüler nachträglich einen Platz an der Sekundarschule erhalten. Denn nach dem Schulrechtsgesetz ist die Stadt verpflichtet, auch Schüler aus den Städten der Nachbarschaft aufzunehmen, in denen es kein solches Schulangebot gibt.

„Es tut schon weh, Kinder aus Werne nicht aufnehmen zu können und auf eine weiterführende Schule in einer anderen Stadt zu schicken“, sagte Elke Kappen. Die Eltern würden mit diesem Problem aber nicht allein gelassen, die Stadt biete ihre Unterstützung an. Die Gesamt-, Real- und Hauptschule in Lünen würden derzeit noch Kinder aufnehmen, ebenso wie die Gesamtschule in Bergkamen.

Die Schuldezernentin geht davon aus, dass sich die Situation an der Marga-Spiegel-Schule normalisieren wird, wenn die geburtenschwächeren Jahrgänge kommen bzw. in den Nachbarkommunen weitere Sekundarschulen gegründet werden. Dann dürfte die Schule mit ihrer Fünfzügigkeit auskommen.

Mit Beginn des neuen Schuljahres werden rund 500 Kinder an der Sekundarschule unterrichtet, das Kollegium wird dann auf 42 Lehrer wachsen. - kb

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