29. Verhandlungstag im Fall der getöteten Elsbeth B.

WERNE/DORTMUND ▪ Auch der 29. Verhandlungstag im Mordprozess um den gewaltsamen Tod von Elsbeth B. (65) aus Horst hat kaum weitere Informationen gebracht, die die angeklagte Tat und ihr mögliches Motiv aufhellen könnten.

Seit Juni muss sich die mutmaßliche Mörderin der allein auf ihrem Gehöft lebenden Witwe wegen Mordes aus Habgier verantworten. Während die Angeklagte bei ihrer Festnahme behauptet hatte, dass die Frau jähzornig und grob mit ihren Tieren umgegangen sei, beschrieb gestern eine Cousine der Getöteten einen gänzlich anderen Charakter ihrer Verwandten.

Sie sei, so die Erinnerungen der 70-jährigen Zeugin, stets Streitigkeiten aus dem Weg gegangen und sei nie aufbrausend gewesen und von Verhalten allgemein „sehr unauffällig“. Auch Alkohol, wie von manchen behauptet, habe nach dem Tod ihres Ehemannes vor etlichen Jahren keine Rolle gespielt.

Die Cousine schilderte dem Gericht, dass es ihrer Verwandten schwer gefallen sei, sich von dem Hof in Horst zu trennen, obwohl sie wenige Monate vor ihrem gewaltsamen Tod ein offenbar ernsthaftes Kaufangebot erhalten habe. „Es ist mir noch zu früh“, habe sie kurze Zeit vor ihrem Tod gesagt. Aus dem Verkauf von Tieren will sie 17 000 Euro in bar erhalten und diese leichtsinnigerweise unter ihrem Kopfkissen versteckt haben.

Nach dem Tod von Elsbeth B. und der Räumung des Hofes war dieses Geld nirgends aufgetaucht. Geschildert habe die Witwe ihrer Cousine gegenüber aber auch, dass sie einer „Dame“ ein „Hofverbot“ erteilt habe. „Sie sagte mir, dass sie es leid sei mit der Frau“, erklärte die Zeugin, ohne damals weiter nachgefragt zu haben.

Die beiden Verteidiger der Mordverdächtigen erhoben schwere Vorwürfe gegen die Vernehmungsmethoden des Haftrichters, der am 28. Oktober 2010 den Haftbefehl gegen die Tatverdächtige erlassen hatte. Dieser habe die junge Frau nicht ausreichend neutral vernommen, sich sozusagen zum Handlanger der Staatsanwaltschaft gemacht. Die Aussagen in dem Verhör könnten daher vor Gericht nicht verwertet werden. Das Strafverfahren wird in der 13. Kalenderwoche fortgesetzt. ▪ mw

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