Angeklagte im Mordprozess um Elsbeth B. in die Psychiatrie gebracht

WERNE/DORTMUND - Dramatische und traurige Zuspitzung im Dortmunder Schwurgerichtsverfahren um den gewaltsamen Tod von Elsbeth B. (65). Der seelische Gesundheitszustand der unter Mordverdacht stehende Angeklagte hat sich offenbar drastisch verschlechtert.

Wie aus Justizkreisen am Rande des gestrigen 30. Verhandlungstages zu erfahren war, wurde die Angeklagte aus der Untersuchungshaft in der JVA Gelsenkirchen in eine psychiatrische Klinik verlegt.

Bereits seit einigen Wochen hatte sich das psychische Befinden der seit über eineinhalb Jahre in Untersuchungshaft sitzenden Frau stark verschlechtert. Im Strafverfahren vor dem Dortmunder Schwurgericht wurde von Depressionen, Suizidgedanken und der notwendigen Einnahme von Psychopharmaka berichtet. Der Sprecher des Dortmunder Landgerichts, Martin Brandt, konnte mit Hinweis auf zu schützende Persönlichkeitsrechte der Angeklagten keine Auskünfte über den Sachverhalt geben.

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Nach dem Eindruck von Prozessbeobachtern leidet die junge Frau aber ganz offenkundig unter der langen Verfahrensdauer. Der ursprünglich nur auf wenige Verhandlungstage terminierte Prozess zieht sich auch wegen der aggressiven Verteidigung ihrer beiden Anwälte nun bereits seit Juni vergangenen Jahres hin. Der Kontakt mit den beiden Kölner Anwälten Boelsen und Klein scheint sich dabei auf kurze Wortwechsel an den jeweiligen Verhandlungstagen zu beschränken. Auf Anraten ihrer Verteidiger macht die Angeklagte im Strafverfahren von ihrem Schweigerecht Gebrauch, sitzt seit mittlerweile 30 Verhandlungstagen stumm, in sich gekehrt und fast wie ein Fremdkörper neben dem Verteidigerduo.

Diese sind offenkundig bemüht, in der Beweisaufnahme einen Verfahrensfehler zu entdecken, mit dem später ein Urteil auf dem Revisionswege angefochten werden könnte. Vor der Angeklagten und den anderen Prozessbeteiligten liegt also wahrscheinlich noch ein langer Weg. Die junge Wernerin soll im Oktober 2010 aus Habgier die allein lebende Elsbeth B. auf ihrem Hof in Horst ermordet haben, um sich in den Besitz ihres Anwesens zu bringen. - mw

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