Amazon eröffnet Logistikzentrum offiziell – und bekommt neuen Nachbarn

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Die „Verbindung von Werne und Amazon“ soll das Alu-Dibond-Bild sichtbar machen, das Bürgermeister Lothar Christ (M.) dem Unternehmen schenkte. Mit im Bild: (v.l.) Wernes Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht, Planungsdezernent Ralf Bülte, Amazon-Standortleiter Thomas Weiß und Bernd Gschaider, Regional Director Amazon Deutschland.

Werne - Im Gewerbegebiet Wahrbrink-West ist ein drittes Grundstück vermarktet worden. Mit dieser Nachricht überraschte Bürgermeister Lothar Christ bei der offiziellen Eröffnung des neuen Amazon-Logistikzentrums am Donnerstagmorgen. Den dauerhaften Verbleib des US-Online-Versenders in Werne werteten die Redner unisono als „Glücksfall“ für die Stadt und die Region.

Einziger Nachbar Amazons, für dessen neue Warendrehscheibe noch eine Zusatzfläche südlich von Wahrbrink-West ausgewiesen worden war, ist derzeit die Firma Thermo Sensor. Wer Dritter im Bunde wird und aus welcher Branche er kommt, darüber bewahrten Christ und mit ihm Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht noch Stillschweigen. Man müsse vor Bekanntgabe erst Rücksprache mit dem Käufer halten, hieß es. Nur so viel war zu hören: Das Unternehmen siedelt sich zwischen dem Lkw-Wartebereich von Amazon und Thermo Sensor an, auf einer Fläche von rund 15.000 Quadratmeter. Und: Die Arbeitsplatzdichte sei hoch.

Freude über dauerhafte Ansiedlung

Christ rief in Erinnerung, dass Amazon einst nicht nach Werne gekommen war, um zu bleiben. Um so erfreuter zeigte er sich, dass sich das Unternehmen nach acht Jahren in den Ikea-Hallen nun dauerhaft hier angesiedelt hat. Mit mehr als 1 500 Mitarbeitern aus 56 Nationen, darunter 116 Menschen mit Behinderung, sei Amazon „ein bedeutender Faktor für die heimische Wirtschaft“.

Amazon-Neubau ist offiziell eröffnet

Froh sei er auch, dass Amazon die Verkehrsprobleme aus früheren Jahren „wirksam in den Griff bekommen“ habe. Solche Probleme mit wild parkenden Lkw auf öffentlicher Fläche dürften nicht erneut auftreten. Mit Blick auf die Kritik an Amazon, die es auf Seiten der früheren Nachbarn gegeben hatte, zitierte Christ Unternehmensgründer Jeff Bezos: „Wer keine Kritik verträgt, macht am besten nichts Neues oder Interessantes.“

Auch Martin Wiggermann fand lobende Worte für Amazon. „Gott sei Dank“, habe er gedacht, als das Unternehmen im Januar 2017 den offiziellen Spatenstich für den Neubau setzte, so der stellvertretende Landrat. Er betonte, dass Amazon durch sein Engagement in Werne den Kreis Unna finanziell „nennenswert“ entlaste, weil er Menschen Arbeit gebe, die ansonsten übers Job-Center Transferleistungen bezögen. Insofern erfülle Amazon auch eine „soziale Aufgabe“.

"Starke Handelsbeziehungen"

100 Gäste kamen zum Festakt anlässlich der offiziellen Eröffnung des Amazon-Logistikzentrums.

Ken Walsh, US-Handelskonsul in Düsseldorf, ging auf die „starken Handelsbeziehungen“ zwischen Deutschland und seinem Heimatland ein. Allein in NRW hätten sich 1.600 Unternehmen aus den USA angesiedelt, mit zusammen 175.000 Arbeitsplätzen. Auch Amazon sei „ein bleibendes Element“ in der Weiterentwicklung der Wirtschaftsregion NRW.

Werne spielt im Amazon-Netz "wichtige Rolle"

Amazon betreibt bundesweit mittlerweile elf Logistikzentren und wächst weiter; zwei sind derzeit im Bau. Bernd Gschaider, Regional Director Deutschland, legte dar, dass das Unternehmen im Zuge des Umzugs in Werne erstmals ein Gebäude aufgegeben habe. Er beglückwünschte das hiesige „Team“ zum reibungslosen Umzug.

Werne spiele im Amazon-Netz in Deutschland eine wichtige Rolle, so Gschaider – als eines von drei Logistikzentren, die sich auf größere Waren konzentriert hätten. Von hier aus werde auch ins europäische Ausland und auf Wunsch weltweit ausgeliefert. Zwischen der Internet-Bestellung und dem Versand vergingen dabei im Schnitt zwei Stunden und 15 Minuten. Früher habe dieser Zeitraum bei 22 Stunden gelegen.

100 Gäste beim Festakt

Laut Standortleiter und Gastgeber Thomas Weiß fühlen sich die Beschäftigten im Neubau „pudelwohl“; auch, weil sich die Arbeitsbedingungen durch die neue Lagertechnik und die neue Sortieranlage deutlich verbessert hätten. Dass sich Amazon in Werne habe „etablieren“ können, sei vor allem auf das Engagement und die Kreativität der Mitarbeiter zurückzuführen. Auch die Unterstützung von Arbeitsagentur und Job-Center hätten maßgeblich dazu beigetragen.

Für die rund 100 Gäste wurden im Anschluss an den Festakt Führungen durch das neue Logistikzentrum angeboten.

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