„Urgestein“ Hans-Günter Bomholt verlässt das St. Christophorus

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So sah der Lehrer Hans-Günter Bomholt in der Anfangszeit seiner Schullaufbahn am St. Christophorus Gymnasium aus. Seit 1977 unterrichtete er an der Schule Biologie.

Werne - Am St. Christophorus Gymnasium in Werne geht eine Ära zu Ende. Und selten war dieser Satz so wahr wie in diesen Tagen. Seit rund 60 Jahren existiert die Schule in Werne, seit 50 Jahren ist ihr Hans-Günter Bomholt eng verbunden. Eine Verbindung die nun endet. Der langjährige Biologie-Lehrer und stellvertretende Schulleiter wird heute offiziell verabschiedet und tritt in den Ruhestand.

Als ein „Urgestein“ definiert ihn Schulleiter Dr. Jörgen Vogel. Diese seien selten und ein „echter Schatz für die Schule.“ Bomholt sei ein Zeichen für Kontinuität und Entwicklung am Gymnasium gewesen, betont Vogel. Nicht nur für die Schüler, sondern auch für die Eltern und Ehemaligen der Lehranstalt. „So eine Lebensgeschichte und Bindung an die Schule ist selten und unschätzbar für die Verankerung in Werne“, sagt der Schulleiter.

Das Wichtigste sei für ihn in all den Jahren die Arbeit mit den Schülern gewesen, ihnen Wissen zu vermitteln und sie zu begeistern. „Mein Herz hat immer für den Unterricht geschlagen, Lehrer ist der schönste Beruf der Welt“, so Bomholt.

Seit 1977 Lehrer am Gymnasium

Als Sextaner begann er seine Schullaufbahn 1960 an der damaligen höheren Jungenschule, die zu der Zeit noch von den Arnsteiner Patres geleitet wurde. „Eigentlich war er seit seinem zehnten Lebensjahr an dieser Schule“, sagt Vogel – bis auf kurze Unterbrechungen während der Studienzeit.

„Ich musste mir erst die Berechtigung verdienen, wieder ans Christophorus zu kommen“, erklärt Bomholt. Das ging dann schneller als gedacht. Eines Tages habe der damalige Schulleiter Pater Werner vor seiner Tür gestanden, erinnert er sich. „Du kommst doch zu uns“, mit diesen Worten warb er ihn für das Gymnasium an. Noch während seines Studiums begleitete Bomholt von 1973 bis 1975 seine ersten Schüler durch das Abitur. Nach einer kurzen „Christophorus-Pause“ und dem Referendariat in Arnsberg kam er im Februar 1977 als hauptamtlicher Lehrer nach Werne zurück.

„Gedanken, an eine andere Schule zu wechseln, hatte ich nie“, so der 65-Jährige. Einen beruflichen Wechsel vollzog er dann aber doch. 2001 wurde Bomholt stellvertretender Schulleiter. „Der Schritt ist mir nicht leicht gefallen, schränkte er doch meine Zeit mit den Schülern ein“, sagt der stellvertretende Schulleiter. In dieser Funktion sei er „ein Motor für uns alle gewesen“, betont Vogel. Mit seiner offenen, ruhigen und positiven Art habe er viele Impulse gegeben. So zieht auch Bomholt ein positives Fazit: „Es war die richtige Entscheidung.“

Enge Verbundenheit mit ehemaligen Schüler

In der gemeinsamen Schulleitung habe der eine dem anderen immer seine Stärken gelassen, so der Schulleiter. „Wir waren wie zwei Zahnräder, damit das Christophorus gut läuft.“ Viele Kleinigkeiten hätten sich zu einer „positiven Entwicklung verbunden“, ist sich Vogel sicher.

Das Erfreulichste sei für ihn immer gewesen, wenn er die Schüler begeistern konnte. „Wenn Schüler signalisieren, dass es eine gute Zeit war, dann freut mich das“, betont Bomholt. Manchmal melden sich noch einige der vielen Abiturienten, die er in all den Jahren begleitete, schicken ihm ihre Diplom- oder Doktorarbeiten aus der Biologie. Eine Anerkennung, die ihn sichtlich freut, ist es doch ein Zeichen dafür, dass der Pädagoge für viele Werner Schüler ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens geblieben ist.

Auch in den kommenden Jahren seines Ruhestandes wird Bomholt der Schule erhalten bleiben. „Das Christophorus gebe ich doch nicht auf.“ Vor allem im Ehemaligenverein des Gymnasiums will er sich weiterhin engagieren. „Ich muss aber auch loslassen können“, sagt der Lehrer. Er wolle nicht jeden Tag in der Schule auf der Matte stehen, sondern seinem Nachfolger die nötige Zeit geben, sich einzuarbeiten und „Fuß zu fassen“.

„Vermissen werde ich die Arbeit mit den Schülern, die mich sehr geprägt hat, sowie das pralle Leben an der Schule und mit den Kollegen“, so Bomholt. - moe

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