War da nicht noch was?

Unterschriftenaktion zum Lehrschwimmbecken: Im Ausschuss kein Thema

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Das Lehrschwimmbecken.

Werne - Stell’ dir vor, es läuft eine groß angelegte Unterschriftenaktion – und keiner will dazu was sagen. Jedenfalls nicht am Dienstagabend im öffentlichen Teil der Sitzung des Bad-Betriebsausschusses.

Also dem Gremium das sich, in selber Zusammensetzung auch als Gesellschafterversammlung der Bad-GmbH, mit der von den Stockumer Initiatoren untermauerten Forderung auseinandersetzen muss, das Lehrschwimmbecken über die Eröffnung des Solebades hinaus in Betrieb zu halten.

Dass da etwas auf Politik und Verwaltung zu rollt, ist im Bezirksausschuss von CDU-Vertreter Christoph Mürmann angesprochen und in der Presse mehrfach berichtet worden. Ohnehin sollte niemand besser wissen, was da vor sich geht, als die größte Fraktion im Rat. Schließlich hat die CDU die Stockumer Vereine in ihrer Bürgerversammlung im März aufgerufen, für den Erhalt des Lehrschwimmbeckens die Initiative zu ergreifen. Die Unterschriftensammlung über den Arbeitskreis Lehrschwimmbecken steuert Mürmann. Nur: Einen Antrag auf Laufzeitverlängerung für das Becken und die erforderliche Anpassung der Finanzpläne – es geht immerhin um die eingepreiste Einsparung von 100 000 Euro Betriebskosten jährlich – hat die Union nicht gestellt. Also haben wir die Beteiligten gefragt:

CDU: Schließung ist doch nicht beschlossen

Der Fraktionsvorsitzende Willi Jasperneite hält den Antrag nicht für nötig: „Es gibt nach unserem Rechtsverständnis keinen Beschluss, das Lehrschwimmbecken zu schließen. Der müsste von der Verwaltung oder anderen Fraktionen erst aktiv herbei geführt werden.“ Folglich sei dazu nichts zu sagen, weil die Anlage einfach weiter betrieben werden könne. Nach Vorstellung der Union so lange, bis die Kosten neu bewertet werden müssen, etwa weil größere Schäden auftreten. Dass in der Konzeption und der Wirtschaftlichkeitsberechnung der Unternehmensberatung Altenburg für das im Bau befindliche Solebad unterstellt ist, die Anlage aufzugeben und 100 000 Euro einzusparen, hält die Union für unmaßgeblich. Begründet sei dagegen die Sorge, dass die Verlegung der Trainingseinheiten von Stockum nach Werne ohne Abstriche aufgehe, wie es die Badleitung in Absprache mit dem Stadtsportverband und den Vereinen darlegt: „Es ist doch die Frage, ob das in der Eröffnungsphase so passt. Und es geht auch darum, die Attraktivität des neuen Bades zu steigern: Warum nicht mehr Schulschwimmen nach Stockum verlagern, um das neue Bad zu entlasten?“ Ist es vorstellbar, die Anlage kostengünstiger in Vereinsregie zu erhalten? „Da müsste sich in Stockum erst einmal erkennbar eine Initiative formieren“, sagt Jasperneite.

UWW: Derzeit keine Alternative in Sicht

In diesem Punkt stimmt UWW-Chef Reinhard Stalz wohl zu: „Ich wäre nicht dagegen, das Becken zu erhalten, wenn sich eine Möglichkeit zu reduzierten Kosten ergibt.“ Schon weil er als Aktiver der Stockumer Kanuten mit den Vorzügen der Trainingsstätte am Vereinsheim vertraut ist. Bis dahin sei es aber „mit dem Ratsbeschluss für die Variante des Solebades beschlossene Sache, das Lehrschwimmbecken zu schließen“, so Stalz. „Wir gehen davon aus, dass es in der Eröffnungsphase parallel geöffnet bleibt, damit sich erweisen kann, ob die Belegungspläne tatsächlich passen.“ Weil der erfolgreiche Start des Bades wichtig sei, halte er nichts davon, dies mit einem Streit ums Becken zu überlagern.

FDP: Verwundert, dass CDU-Antrag ausbleibt

„Ich bin davon ausgegangen, dass die CDU mal einen Antrag stellt und sich in der Frage positioniert“, wundert sich die FDP-Fraktionsvorsitzenden Claudia Lange. „Ich habe Verständnis für die Wünsche der Stockumer und gerade der Schule wegen des Schwimmunterrichts, aber wir haben nun mal nicht das Geld für alles und mit dem Entscheid aller Werner Bürger beschlossen, das Bad so zu bauen wie es entsteht.“ Und das beinhalte nun mal, das Becken zu schließen.

Grüne: Kein Grund, vom Plan abzuweichen

„Wir haben halt die Tagesordnung abgearbeitet wie sie vorlag“, antwortete Dr. Eberhard Stroben (Grüne) auf die Frage, warum das Reizthema am Dienstag umgangen wurde. Für die Grünen sei klar: „Die Badpläne und die Altenburg-Berechnungen gehen davon aus, dass alle Trainingszeiten vom Lehrschwimmbecken ins neue Bad übertragen werden können und die Anlage nicht mehr benötigt wird. Solange wir dazu nichts anders hören, bleibt es für uns dabei.“ Zumal die Ersparnis Teil der Haushaltssicherung sei.

SPD: Kein Zweifel, dass alle unterkommen

Das formulierte SPD-Fraktionsvize Ulrich Höltmann ähnlich. „Wir haben den Neubau samt Aufgabe des Stockumer Beckens im Rat beschlossen. Auch mit den Stimmen der CDU. Nach allem, was wir bislang gesehen haben, besteht auch kein Zweifel, dass die Kapazitäten ausreichen, um Schulen, Vereine und die Stockumer Gruppen im neuen Bad unterzubringen.“

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