Unternehmen plant Neuausrichtung

Bei AB Elektronik in Werne sollen bis zu 120 der 360 Arbeitsplätze wegfallen

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Die AB Elektronik GmbH im Gewerbegebiet Wahrbrink steht vor einer Neuausrichtung.

Werne – 2013 wollte die AB Elektronik GmbH die Produktion von Werne nach Rumänien verlagern. Dazu ist es nach Protesten der Belegschaft nicht gekommen. Nun droht ein Abbau von bis zu einem Drittel der rund 360 Arbeitsplätze. Der Grund: Kapazitätsanpassungen und eine betriebliche Neuausrichtung.

Diese kündigte der Automobil-Zulieferer, der mittlerweile zum US-Konzern AVX Corporation gehört, am Donnerstagnachmittag in einer Pressemitteilung an. Demnach wurde bereits am Mittwoch der Betriebsrat von den Plänen zur Umstrukturierung informiert, am Donnerstag dann die Belegschaft.

In der Mitteilung heißt es, dass der Abschwung in der Automobilindustrie die Branche vor große Herausforderungen stelle und den Wettbewerbsdruck erhöhe. Zusätzlich würden die Spannungen in der weltweiten Wirtschaft „erheblichen Einfluss auf das Geschäft“ nehmen.

„Stabiles, aber niedriges Auftragsniveau“

AB Elektronik verzeichnet den Angaben nach aktuell „ein stabiles, aber niedriges Auftragsniveau“. Die Prognosen zeigten dem Unternehmen jedoch nicht den Zuwachs, den es benötige, um mit der aktuellen Kostenstruktur künftig wieder profitabel agieren zu können. „Derzeit erhalten wir finanzielle Unterstützung durch unsere Muttergesellschaft, die sich auch weiterhin die Absicherung des Standortes Werne zum Ziel setzt“, heißt es. 

Die wirtschaftliche Stabilisierung des Standortes erfordere eine konsequente Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Diese könne nur durch Kostenoptimierung erreicht werden, verbunden mit einer „Fokussierung der lokalen Produktentwicklung und einer Neuausrichtung der Organisation“.

Betriebsrat zu Verhandlungen aufgefordert

Für den Standort Werne soll demnach „eine strategische Fokussierung der Produktgruppen“ vorgenommen werden. Darüber hinaus plane man „die Neuausrichtung der Prozessketten in Produktion und Produktentwicklung, in deren Folge Ressourcen und Entwicklungsgruppen zusammengeführt werden“.

Weitere Kosteneffekte sollen „durch die Anpassung interner Kapazitäten“ vorangetrieben werden. Damit verbunden werde es zu einer „deutlichen Verschlankung der Hierarchieebenen kommen“, auch die Auslagerung einzelner Bereiche sei nicht auszuschließen.

AB Elektronik spricht von „tiefgreifenden Veränderungen und einen geplanten Abbau bis zu einem Drittel des aktuellen Personalstammes. Der Betriebsrat sei zur Verhandlung eines Interessensausgleiches und mitgeltendem Sozialplan aufgefordert worden. Mit Blick darauf würden auch auf Nachfrage keine Details mitgeteilt.

„Unvermeidbar für die Sicherung des Standortes“

Geschäftsführer Thomas Rinschede wird in der Mitteilung mit folgenden Worten zitiert: „Wir haben in den letzten Monaten intensiv an der strategischen Weichenstellung für AB Elektronik in Werne gearbeitet und leiten diesen Prozess mit der Überzeugung ein, dass die vorgesehenen Maßnahmen unvermeidbar für die Sicherung des Standortes sind. Es ist uns ein ausdrückliches Anliegen, die notwendigen Restrukturierungen möglichst sozialverträglich zu gestalten und wir setzen hierbei auf die Mitwirkung aller beteiligten Gremien.“

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