Demo: Asylbewerber besser unterbringen

WERNE ▪ Mit einer Kundgebung will ein überregional agierendes „Transnationales Aktionsbündnis“ in Werne gegen die Unterbringung von Asylbewerbern in den Containern am Lindert demonstrieren. Die Kundgebung soll am Samstag, 22. Dezember, um 11 Uhr auf dem Markt stattfinden, ist aber bei den Behörden noch nicht angemeldet.

„Wohnungen statt Container“ lautet die Forderung des Aktionsbündnisses, das sich um die Integration und die Lebenssituation von Migranten kümmert. Die seit Jahren übliche Unterbringung in den Containern am Lindert ist nach Ansicht der Aktivisten nicht akzeptabel, auch wenn es bald neuen geben soll.

Auf Kritik stößt nicht nur der Zustand der Container, sondern auch die Enge. „Je nach Belegung müssen sich bis zu vier Personen ein 15 Quadratmeter großen Schlafraum mit Doppelstockbetten und Metallspinden teilen. Eine kleine Sanitärzelle mit Dusche und WC sind ebenso wie ein E-Herd mit Waschbecken und eine Aufenthaltsecke für bis zu zwölf Personen vorgesehen. Die gesamte Inneneinrichtung ist praktisch Sperrmüll“, heißt es auf der Homepage des Aktionsbündnisses. Insgesamt lebe ein Bewohner bei voller Belegung auf sechs Quadratmeter. Privatsphäre sei nicht eingeplant.

Im kommenden Jahr sollen für 640 000 Euro die drei alten Wohneinheiten ersetzt und eine vierte hinzugefügt werden. Grundsätzlich sei die Unterbringung von Migranten in solchen Wohncontainer nach dem Gesetz zulässig, sagte Ordnungsamtsleiterin Kordula Mertens auf Anfrage.

Derzeit leben laut Mertens 111 Asylbewerber in Werne, 62 von ihnen in den Containern am Lindert, wo zusätzlich auch Obdachlose untergebracht sind. Die Stadtverwaltung rechnet aber in der nächsten Zeit mit einer Zunahme der Flüchtlinge. Mertens: „Bisher hatten wir 18 bis 20 Zugänge pro Jahr, wir rechnen im nächsten Jahr mit mindestens 50 Personen“. ▪ kb

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