Kita-Campus: Jugendhilfe schafft 105 Betreuungsplätze am Krankenhaus  

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Jugendhilfe-Direktor Uwe Schenk und Verwaltungsleiterin Katharina Böckenholt stellten vor, was als Kita-Campus gebaut wird, wenn das alte Schwesternwohnheim abgerissen ist. 

Werne - Mit dem "Kita-Campus" schafft die Jugendhilfe 105 Betreuungsplätze, 30 davon als Betriebs-Kita.

Nach langem Hin und Her nimmt in einem Teil des Neubaus Gestalt an, was als „Betriebskindergarten für das St. Christophorus-Krankenhaus“ verhandelt, aber mit dem Jugendamt wegen strittiger Kostenfragen nicht als gemeinsames Projekt ausgerufen wurde und keine investive Beteiligung des Krankenhauses mehr erfährt. „Wir warten nicht länger ab, sondern bauen die Plätze jetzt mit. Ich bin mir sicher, dass es Bedarf dafür geben wird“, sagte Jugendhilfe-Direktor Uwe Schenk, als er wa.de mit seiner Verwaltungsleiterin Katharina Böckenholt die Pläne  vorstellte.

Betreuungsangebot auf Arbeitszeit abgestimmt

„In einem separaten Gebäudeteil werden wir eine Gruppe mit zehn Plätzen für Kinder unter drei Jahren schaffen und eine für 20 Kinder gemischten Alters. Diese Kita wird eine besondere Randzeitenbetreuung anbieten, wie sie Eltern benötigen, die im Schichtdienst arbeiten, etwa im Krankenhaus nebenan. Dann schauen wir mal, wie die Nachfrage so ist.“ Dass Schenk den Dingen so gelassen entgegen sieht, liegt an den Strukturen hinter dem Träger. Die Stiftung St. Christophorus, Ursprung der aus dem Kinderheim hervorgegangenen Jugendhilfe und des Krankenhauses, schafft die Basis: „Die Stiftung wird die Einrichtung bauen und an uns vermieten.“ 3,5 Millionen Euro ohne den in Kürze anstehenden Abriss des alten Schwesternwohnheimes im Baufeld werde die Stiftung als Bindeglied der beiden Einrichtungen investieren. Das sei übrigens ein Beitrag zur Festigung des Klinikstandorts, an dem ja die Stadt so interessiert sei. 

Stadt zieht bei der Betriebs-Kita nicht mit 

Doch hadert die Stadt Werne mit diesem Angebot, weil mit der üblichen Betriebskostenbeteiligung absehbar Plätze für auswärtige Kinder mitfinanziert würden, für die sie nicht aufkommen muss – und will. Wenn etwa ein Krankenhausmitarbeiter aus Ascheberg kommt und den Nachwuchs zur Betreuung gleich nebenan mitbringt. Aber derlei Probleme mag die Jugendhilfe nicht länger wälzen. Es wird gebaut: Auf etwa 1 200 Quadratmetern Grundfläche entstehen anstelle des abgängigen Wohnheimes ebenerdig die Räume für die Betriebs-Kita, die in der Statik übrigens so angelegt ist, dass sie bei Bedarf noch aufgestockt werden kann. Und in einem Guss, aber nur über den gemeinsamen Küchentrakt verbunden, werden auf einer Ebene die Räume für vier Gruppen der künftigen „Kita am Wald“ hochgezogen. Macht sechs Gruppen mit insgesamt 105 Plätzen in zwei Einheiten unter einem Dach.

"Kita am Wald" nimmt Auffanggruppen auf

„Wir werden in etwa zwei Wochen den Bauantrag dazu einreichen“, kündigte Katharina Böckenholt an. Im Sommer 2020 soll alles fertig sein. „Kita am Wald“ wird die neue Einrichtung nicht nur wegen der Nähe zum Stadtwald heißen, sondern wegen der konzeptionellen Ausrichtung mit dem bewaldeten Hügel neben dem Krankenhaussee als Attraktion der Spielfläche draußen. Neue Plätze entstünden mit der Wald-Kita aber nicht: „Sie wird 2020 fertig, ist aber 2019 schon voll“, stellte Schenk heraus, dass die drei Gruppen aus der provisorischen „Kita in der Schule“ (Ex-Barbaraschule) planmäßig umziehen werden und eine vierte Auffanggruppe für dieses Jahr Teil der Bedarfsplanung sei. Die „Kita am Wald“ soll 75 Plätze bieten, zehn für U 3-Kinder, zwei Gruppen à 20 Kinder und eine mit 25. Die Jugendhilfe geht davon aus, dass sie in beiden Einrichtungen zusammen 20 Mitarbeiter beschäftigen wird.

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