Ohrwürmer made in Werne

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Ungestörte Arbeit an neuen Songs: Zwischen seinen öffentlichen Auftritten findet Toni Tuklan in seinem Zuhause in Werne Zeit und Ruhe, um sich auf neue Melodien und Ideen zu konzentrieren, die am Computer arrangiert werden. ▪

WERNE ▪ Sie heißen „Famous T.“ und „Massiv Rex“ und mit ihrer Ragga-Musik sind sie weltweit unter dem Bandnamen „Tuklan“ unterwegs. „Now We Have a Party“ heißt die neue CD der beiden Brüder aus Nigeria, die sie unter dem Label „Cleantone Records“ veröffentlicht haben. „Famous T.“ heißt in Wirklichkeit Toni Tuklan. Der Musiker lenkt seit zwei Jahren aus Werne alle Aktivitäten.

„Wer im Musikbusiness bestehen will, muss Ohrwürmer produzieren“, sagt Tuklan. Nur wenn sich Musik fest in das Gedächtnis von Zuhörern einprägt, werde eine Band dauerhaft von Konzertveranstaltern gebucht.

Tuklan im Internet

Der Titel „Ebony Eyes“ auf der neuen Scheibe sei ein Ohrwurm, ist Tuklan fest überzeugt. „Da konnten wir Sean Paul mit ins Boot holen.“ Der jamaikanische Reggae-Künstler, dessen Single „Hold on“ in Frankreich ihren Durchbruch erlebte, singt den Song. Gemeinsam mit den Tuklan-Brüdern schrieb er auch den Text. Die Musik produzierten die beiden Nigerianer im Hamburger Studio ihres Produzenten Ollie Stan. „Wir mischen Computermusik mit A-cappella-Gesang, Elektrogitarre, Percussion und Bongos“, erklärt Toni Tuklan, „unterlegte afrikanischen Beats machen den Kern unserer Musik aus.“ Ragga ist eine besondere Spielart des Reggae.

Toni Tuklan wurde in Lagos, Nigeria, geboren und kam im Jahr 1993 mit Hilfe seines ältesten Bruders nach Deutschland, als der als Profifußballer in der Oberliga sein Geld verdiente. Schon in seiner Heimat wächst Tuklan mit dem Reggae auf; sein Vater, als Soldat in Lagos stationiert, singt in einem Kirchenchor.

Musik war zunächst nicht sein Lebensinhalt, sagt Tuklan. „Ich hatte an der Kwara Poly Schule in der Stadt Ilorin erst Diplom-Marketing und Sozialverwaltung studiert.“

In Paderborn hatte Tuklan bereits einen Studienplatz für Maschinenbau, aber der Zufall will es, dass er für einen Freund eine Reggaemusik arrangiert. „Davon will ich mehr“, sagt dessen Bochumer Produzent von Fairtone Records. Tuklan entscheidet sich hauptberuflich für die Musik, schreibt weitere Songs, tingelt in Kneipen.

Hart seien die ersten sechs Jahre gewesen. „Ich hatte keine Agenten, die für mich die Veranstaltungen organisierten“. Mit seinem jüngeren Bruder alias „Massiv Rex“ tut er sich 1997 zusammen. „Der war selber Reggae-Musiker in England“, erzählt Tuklan, „ich habe ihn gefragt, ob wir uns zusammentun“.

Auf dem Kölner Ringfest 1999 machen die Tuklan-Brüder auf sich aufmerksam. Ihre Auftritte werden größer und damit auch der Wirkungskreis der Veranstalter, die sie buchen. „Das Ringfest war ein Türöffner“, so Toni Tuklan. Im Anschluss führten Auftritte nach Holland und Polen, dort arbeiten die beiden mit dem Musikproduzenten Tomasz Kuklicz, alias „DJ Tomekk“ zusammen. Ein Cousin Tuklans, der afrikanische Sänger Ras Kimono, verschafft ihnen weitere Kontakte zu Produzenten – unter ihnen ein Jamaikaner, der die Musik der Brüder in der Karibik und in Afrika vertreibt.

Nach Werne kommt Toni Tuklan vor rund zwei Jahren. „Ein Freund hatte ein Haus geerbt und mich gefragt, ob ich da nicht wohnen will“. Sein Sohn geht in Hamm zur Schule und Tuklan hat seine Entscheidung nie bereut. „Ich komme als Künstler bei meinen Auftritten viel unter Menschen. In Werne finde ich in meinem Zuhause dann die nötige Ruhe, um ungestört an neuen Songs zu arbeiten.“ ▪ wad

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