Drensteinfurter starb bei Hamm/Werne

Tödlicher Unfall an Heiligabend: Fahrer muss Geldstrafe zahlen

+

Werne/Dortmund - Fast drei Jahre nach einem fürchterlichen Unfall mit einem Toten und drei Schwerverletzten auf der A1 bei Werne/Hamm wurde das Urteil gegen den Unfallfahrer rechtskräftig.

Ein bislang völlig unbescholtener Geschäftsmann muss wegen fahrlässiger Tötung und Körperverletzung eine Geldstrafe von 140 Tagessätzen zu je 150 Euro zahlen. Der 52-Jährige zog in der Berufungsverhandlung vor dem Dortmunder Landgericht sein Rechtsmittel zurück; auch die Staatsanwaltschaft, die ursprünglich eine härtere Bestrafung gefordert hatte, akzeptierte nach längerer Erörterung den Richterspruch des Amtsgerichts Lünen.

Tödlicher Unfall auf der Autobahn

Drensteinfurter verunglückt bei Unfall auf A1

Der Angeklagte war an Heiligabend 2014 auf der Autobahn A1 kurz vor der Abfahrt Hamm-Bockum/Werne mit nahezu 200 Stundenkilometern mit einem anderen Wagen kollidiert, der auf die Überholspur gewechselt war. Die schwere Limousine des Angeklagten prallte nahezu ungebremst auf einen auf dem Standstreifen abgestellten Abschleppwagen. Durch den Aufprall kam ein junger Mann aus Drensteinfurt zu Tode, seine Freundin und ihre beiden Schwestern wurden teilweise schwerst verletzt.

"Kein verantwortungsloser Raser"

Der Unfallfahrer selbst blieb nahezu unverletzt. „Dieses Verfahren kennt eigentlich nur Verlierer“, kommentierte der Vorsitzende Richter Meinhard Northoff sichtlich bewegt das tragische Geschehen mit Blick auf die beiden Familienväter. Der bislang nicht vorbestrafte Angeklagte habe zudem keinen einzigen Punkt in der Flensburger Verkehrssünderdatei – er sei eben „kein verantwortungsloser Raser“, sondern sei an Heiligabend in Sorge zu seinem Sohn geeilt, der auf der A44 eine Autopanne gehabt habe.

Schuld des Angeklagten sei erwiesen

Vielleicht habe auch der Autofahrer, der vor dem Angeklagten auf die Überholspur ausgeschert habe, eine gewisse Teilschuld gehabt. Doch dieser sei ja mittlerweile rechtskräftig freigesprochen worden, das komplizierte Geschehen lasse sich ohnehin wohl nicht mehr weiter aufklären. Die Angehörigen der Unfallopfer stellten klar, dass sie mit einer Einstellung des Verfahrens nicht einverstanden wären, die Schuld des Angeklagten sei erwiesen: „Er ist mit unverminderter Geschwindigkeit durchgefahren, obwohl er die hell erleuchtete Stelle des Abschleppwagens mit dem Pannenauto von Weitem hätte erkennen müssen“, erklärte ein Opferanwalt. 

Der Unfallfahrer hatte zuvor unter Tränen erklärt, dass er die Verantwortung für das tragische Geschehen übernehme, die fürchterlichen Folgen hätten auch sein Leben nachhaltig beeinträchtigt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare