Informationen des Magazins Fakt

Tierquälerei-Skandal in Werne: Neue Ekel-Vorwürfe nach ARD-Beitrag

Ekel-Vorwürfe im Tierquälerei-Skandal in Werne (Kreis Unna). Wurden kranke und tote Tiere zur Lebensmittelproduktion verwendet? Das ARD-Magazin Fakt zitiert Mitarbeiter.

Werne - Schockierende Video-Aufnahmen von der Soko Tierschutz zeigen den Tierquäler-Skandal um das Schlachtunternehmen Mecke in Werne (Kreis Unna in NRW). Der Verdacht, dass die kranken Tiere zur Lebensmittelproduktion verwendet wurden, erhärten sich nun.

LandkreisUnna
BundeslandNordrhein-Westfalen
Einwohner393.618

Tierquälerei-Skandal in Werne: Wurden die kranken Tiere zu Lebensmitteln verwertet?

Friedrich Mülln von der Tierrechtsorganisation Soko Tierschutz erzählt gegenüber dem ARD-Magazin Fakt, dass sich der Verdacht immer mehr erhärtet, dass das Unternehmen Mecke aus Werne kranke und nicht transportfähige Tiere zu Lebensmitteln weiterverarbeitet habe.

Die Bilder aus der Tiersammelstelle, die die Soko Tierschutz Fakt zur Verfügung gestellt hat, zeigen unter anderem auch Firmenchef Marko Mecke. Firmenchef Mecke betonte nach Bekanntwerden des Skandals in einer Erklärung, er sei nicht mehr nahe genug am täglichen Geschehen gewesen. Nun gibt es nun offenbar Bilder, die das Gegenteil beweisen. Denn die Soko Tierschutz veröffentlichte Videomaterial, die Mecke auf dem Gelände der Viehsammelstelle in Werne zeigen. Das ARD-Magazin zeigte die Videos in der Sendung am Dienstagabend.

Tierquälerei-Skandal in Werne: Ehemalige Mitarbeiterin packt aus

Eine ehemalige Mitarbeiterin, die anonym bleiben möchte, erzählte dem ARD-Magazin Fakt zudem, dass Tiere mitunter so krank gewesen seien, dass ihnen sogar die Maden aus den Ohren herauskrochen. Sie bestätigt zudem den Verdacht, dass diese kranken Tiere nicht nur zur Futterherstellung verwendet worden seien, sondern auch für die Lebensmittelproduktion.

Auf dem Video-Material der Soko Tierschutz ist Marko Mecke zu sehen, wie er offenbar beim Um- oder Verladen eines Tieres mithilft.

Auch bereits tote Tiere seien demnach noch geschlachtet worden, obwohl das Tier in die Tierkörperverwertung hätte gebracht werden müssen. Mülln sagt, dass Kunden der Firma Mecke davon ausgehen können, dass sie das Fleisch der kranken und transportunfähigen Tiere durch illegale Schlachtungen gegessen haben.

Tierquälerei-Skandal in Werne: Verbraucher haben Lebensmittel aus kranken Tieren gegessen

Kai Braunmiller, der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft für Tier- und Verbraucherschutz, äußert Fakt (ARD) gegenüber sein Unverständnis zu dem Tierquälerei-Skandal. Denn Tiere, die geschlachtet werden sollen, müssen zuvor immer von einem Amtsveterinär untersucht werden. „Der Verbraucher verlässt sich berechtigterweise auf die Behörde“, sagt Braunmiller gegenüber dem ARD-Magazin Fakt. „Da muss sowas auffallen, ohne Wenn und Aber.“

Das Veterinäramt des Kreises Unna ist für die Kontrollen verantwortlich. Landrat Mario Löhr (SPD) sagte Fakt, dass die Zulassung der Sammelstelle eigentlich nur für Pferde galt. Andere Tiere hätten dort gar nicht angenommen werden dürfen. Seit 2001 gibt es die Genehmigung, Verfehlungen wurden aber nie festgestellt. Der Kreis Unna kündigte aufgrund des Tierquälerei-Skandals in Werne künftig mehr Kontrollen an.

Tierquälerei-Skandal in Werne: Illegales Schlachten kein regionales Problem

Gegenüber dem ARD-Magazin Fakt äußert sich auch ein Mann, der ebenfalls anonym bleiben möchte. Der Mann habe seit Jahren Einblicke in die Arbeit von Mecke. Er ist verwundert, wieso der Tierquälerei-Skandal so lange verborgen blieb. „Das ist uns allen ein Rätsel. Das hätte gar nicht so weit kommen dürfen“, sagte er Fakt. Bei dem Unternehmen aus Werne seien die Tiere schon seit mindestens 10 Jahren so behandelt worden, so sein Vorwurf. „Wenn nicht auch länger. Das ist nie ganz gerade und sauber gelaufen.“

Der Landkreis will nun durchgreifen und hat das Unternehmen Mecke geschlossen. Firmenchef Mecke hat bereits harte Konsequenzen zu spüren bekommen, die ihn daran hindern, weiter mit Tieren und Lebensmitteln zu arbeiten.

Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft für Tier- und Verbraucherschutz Braunmiller geht jedoch nicht von einem lokalen Problem aus. Gegenüber Fakt äußert er, dass das Thema ein bundesweites Problem sei. „Ich denke, dass bald alle Bundesländer aufgefordert werden, ihre Überwachung zu überdenken und auch die Sammelstellen und die verschlungenen Wege in den Fokus zu nehmen.“ Denn Tierschutz ist laut ARD-Magazin Fakt Ländersache.

Rubriklistenbild: © Screenshot ARD-Mediathek

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