„Das ist keine Aufgabe in der öffentlichen Daseinsvorsorge"

Stadt soll sich für Tierfriedhof nicht groß engagieren

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Symbolbild

Werne – In zweiter Lesung durch den Kommunalbetriebsausschuss gingen die Fraktionen mit dem FDP-Antrag auf Einrichtung eines Tierfriedhofes kritischer ins Gericht, als das betuliche Kränzchen namens Bezirksausschuss in erster Beratung.

Dort hatten sich die Fraktionen auf Vorschlag der CDU darauf verständigt, die Fläche der ehemaligen Kläranlage gleich hinter dem kommunalen Friedhof in Stockum auf ihre Eignung zu prüfen, Kosten zu ermitteln und gleichwohl auch mit den Kirchengemeinden über die Bereitschaft zu reden, auf ihren Gottesäckern auch Tiere zu bestatten, wie beantragt. 

Nun wird sich auf Geheiß des KBW-Gremiums die Initiative der Verwaltung darauf beschränken, bei der Gemeinde St. Christophorus anzufragen, ob die von Pfarrdechant Jürgen Schäfer auf Anfrage des WA vage skizzierte Option auf Nutzung einer brachliegenden Wiese im nicht benötigten Erweiterungsareal des Friedhofs am Südring weiter verfolgt wird. 

„Das ist keine Aufgabe in der öffentlichen Daseinsvorsorge"

„Wenn sich das schon jemand vorstellen kann, warum sollen wir uns als Stadt die Mühe noch machen?“, mahnte Markus Rusche (CDU), sich hier nicht in Aufwand und Kosten zu verlieren. Die Verwaltung habe genug zu tun. Sein Fraktionskollege Ferdinand Schulze Froning hatte gleich zu Beginn schon eine klare Grenze gezogen: „Das ist keine Aufgabe in der öffentlichen Daseinsvorsorge, höchstens ein emotionales Thema. Wenn sich da ein Dienstleiter findet, können wir das wohlwollend begleiten.“ 

Privaten würde die Union wohl eine städtische Fläche überlassen, aber sonst keinen Aufwand treiben. Und „eine Tierbestattung auf geweihtem Boden ist für uns ausgeschlossen“. „Ihr seid doch immer für private Initiative“, wandte sich Klaus Schlüter (Grüne) an FDP-Vertreter Peter Kaiser und hieb in dieselbe Kerbe: „Dann macht es und sucht euch einen Investor.“ 

Die von Pfarrdechant Schäfer skizzierte Lösung geht ihm aber ganz und gar gegen den Strich: „Ich bin entsetzt. Wenn ich das nächste Mal im Lünen bin, gehe ich ins Amtsgericht und trete aus der Kirche aus“, schimpfte Schlüter. Kaiser warb um Verständnis für Haustierhalter, die für ihre langjährigen Begleiter einen würdigen Abschied suchten. „Ich weiß von vielen, die ihr Tier im Wald beerdigen, das kann es doch nicht sein.“

So erlebt eine Werner Tierärztin die Trauer ums Haustier in ihrer Praxis.

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