Für „St. Christophorus“ ein Thema

Tierbestattungen: Gemeinden reagieren unterschiedlich auf FDP-Vorstoß

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Immer mehr Haustierbesitzer lassen ihre Tiere nach dem Tod auch einäschern. 

Werne – Tierbestattungen auf dem Gottesacker der Gemeinde? Zum Vorstoß der FDP-Fraktion fallen die Reaktionen der Kirchengemeinden in Werne verschieden aus.

„Es gibt doch einen Kommunalfriedhof, da kann die Stadt ja erst mal anfangen, wenn sie das möchte“, sagte Pfarrer Alexander Meese in einer spontanen Reaktion. Der Seelsorger der evangelischen Gemeinde erfuhr erst im Moment der WA-Anfrage von dem Antrag, der am 26. Februar im Bezirksausschuss beraten wird. „Ich sehe keinen Grund, das sofort aufzugreifen“, so Meese.

Meese: „Keine Gleichsetzung mit menschlichen Begräbnissen“

Theologisch sehe er keinen unmittelbaren Konflikt. Die Bestattung sei „der Neubeginn des Lebens bei Gott“, die Grabstätte als Ort dafür wichtig. „Deswegen haben Protestanten ihre Schwierigkeiten mit anonymen Bestattungen“, erläuterte der Pfarrer. Tiere beizusetzen, sei nicht unmöglich, sofern keine ethische Gleichsetzung mit menschlichen Begräbnissen erfolge.

Der katholische Kollege, Pfarrdechant Jürgen Schäfer, hat sogar selbst die Option eines Tierfriedhofes erwogen. „Ich habe schon überlegt, ob sich unser Friedhofsausschuss damit befassen sollte“, sagte Schäfer. Aus einem ganz pragmatischen Grund: Es ist immer schwieriger, den Friedhof auskömmlich zu bewirtschaften. Da schlägt sich die veränderte Bestattungskultur deutlich nieder.

Schäfer: „Das Ganze muss sich finanziell tragen“

„Ich finde die Idee nicht abwegig. Das Ganze muss sich nur finanziell tragen und es müssen ein paar Bedingungen erfüllt sein“, so der Leitende Pfarrer von St. Christophorus. „Das geht nur auf einer Fläche, auf der noch keine Menschen bestattet wurden und es dürfen keine christlichen Symbole verwendet werden.“

Eine brachliegende Fläche gäbe es sogar. „Unsere Blumenwiese ganz hinten auf der Erweiterungsfläche südlich des Südrings, die wird für Gräber nicht mehr gebraucht“, beschrieb er seine Idee. „Da könnte man ein Schöpfungsfeld anlegen und vielleicht eine Figur des heiligen Franz von Assisi aufstellen, der mit den Vögeln gesprochen hat.“

Einem Betreiber würde der Pfarrdechant das Feld nicht überlassen: „Unser Friedhofsgärtner kann genauso gut Tier bestatten. Das sind Einnahmen, die wir für den Friedhof gut gebrauchen können.“

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