Warten auf die Schlussrechnungen

Wie teuer war das Solebad? – FDP will Antworten

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Das neue Solebad wurde im April 2019 eröffnet, doch noch immer liegen nicht alle Schlussrechnungen vor. Die FDP-Fraktion im Stadtrat, die das eigentliche Angebot positiv bewertet, dringt per Antrag darauf, auch über die Kostensteigerungen gegenüber den Ursprungsplanungen sowie während der Bauphase zu sprechen.

Werne – Bis zum endgültigen Rechnungsabschluss für das im April 2019 eröffnete neue Solebad dauert es womöglich bis Mitte dieses Jahres oder noch länger. Das geht aus den Verwaltungsunterlagen zur nächsten Sitzung des Bad-Betriebsausschusses hervor.

Das Gremium tagt am Dienstag, 18. Februar, ab 17.30 Uhr im Stadthaus.

Die Baukosten sind regelmäßig Thema in den Sitzungen. Zuletzt hatte Frank Gründken als Leiter des städtischen Bäderbetriebs Ende November berichtet, dass man noch auf Schlussrechnungen in Höhe von rund 6,5 Millionen Euro warte. Das entspricht mehr als einem Drittel der Gesamtsumme von rund 17 Millionen Euro.

„Es wird Zeit, ein Fazit zu ziehen“

Wurde bis dato mehr oder weniger unaufgefordert über die Entwicklung der Baukosten informiert, liegt nun ein Antrag vor, alle Ausgaben aufzulisten, die für den Bau des Solebads getätigt wurden. Diesen Antrag hat die FDP formuliert, die einst gegen den Bau des Solebads in dieser Form votiert hatte. Aus Sicht der Partei wird es „Zeit, ein Fazit zu ziehen“, wie es in einer Pressemitteilung der Liberalen heißt.

Dieses Fazit sehe „eigentlich ganz gut“ aus, wird FDP-Fraktionsvorsitzende Claudia Lange zitiert. Und: „Wir haben das Gefühl, das Bad kommt beim Großteil der Bevölkerung gut an, und das freut uns.“ Ratsherr Artur Reichert aber mahnt „eine Aufschlüsselung aller Bau-, Planungs-, Abriss- und sonstigen Kosten“ an.

Höhere Kosten durch Umplanung

Die FDP verweist darauf, dass es im Laufe der Planungs- und Bauphase „immer wieder zu Kostensteigerungen“ gekommen sei. Sollte der Neubau 2015 noch weniger als 14,7 Millionen Euro zuzüglich des Abrisses kosten, sei bereits 2017 klar gewesen, dass sich die Summe auf „nicht unter 17 Millionen Euro“ erhöhe.

Zudem führt die FDP die 630 000 Euro für die erste, nicht realisierbare Planung ins Feld sowie die Tatsache, dass zur Reduzierung der Kosten die geplante Saunalandschaft gestrichen wurde. Diese sollte nach FDP-Vorstellung eigentlich privatisiert werden. Mit ihren Ideen zum Neubau waren die Liberalen aber bei einem Bürgerentscheid 2013 gescheitert.

„Mehrwert für die Stadt“

Insgesamt freue man sich, dass das Bad gut angelaufen sei, heißt es bei der FDP. Es biete einen „Mehrwert für die Stadt“ und trage zu einer attraktiven Innenstadt bei. „Dennoch darf man – so toll das Bad ist – nie die Kosten aus den Augen verlieren und muss stets auch den wirtschaftlichen Aspekt betrachten“, sagt Lange.

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