Tagespflege statt Kita: 29 Familien betroffen

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Werne - „Nicht alle Familien erhalten eine Zusage für ihre Wunsch-Kita“, heißt es im Jugendamt. Was in einigen Elternhäusern für große Enttäuschung und Unmut sorgt: Mitunter wurde ihnen  nicht einmal ein Platz in einer Alternativ-Einrichtung angeboten, sondern „lediglich“ in der Kindertagespflege.

Jugenddezernent Alexander Ruhe bestätigt dies: Von den 309 zum Kita-Jahr 2019/20 angemeldeten Kindern seien 29 betroffen – darunter sieben, die bereits in der Tagespflege betreut werden und wechseln sollten, und 22 neu angemeldete Mädchen und Jungen im Alter von ein und zwei Jahren.

Rund 60 Plätze in der Tagespflege

Laut Ruhe hält die Stadt rund 60 Plätze in der Tagespflege bereit. Nicht vornehmlich als Puffer im Fall zu weniger Kita-Plätze, sondern aus Gründen der Angebotsvielfalt. So würden sich Eltern teils ganz bewusst für die Tagespflege entscheiden, weil sie ihren Nachwuchs in kleinen Gruppen von maximal sechs Kindern betreut wissen möchten, und weil etwa in diesem Zusammenhang eine für sie attraktive Randzeitenbetreuung möglich werde.

„Stadt erfüllt Rechtsanspruch"

Die Sorge, in der Tagespflege sei die Qualität der Betreuung geringer, ist nach Ansicht Ruhes unbegründet. „Wir können die Tagespflege guten Gewissens als Alternative anbieten“, sagt er. Es gebe hohe Standards und ein Qualitätskonzept mit regelmäßigen Überprüfungen. Die Tageseltern seien eng vernetzt mit der Stadt und ihrer Koordinatorin.

Der Verweis der Stadt auf die Tagespflege geht laut Ruhe konform mit dem Rechtsanspruch der Familien auf einen Betreuungsplatz. Nur im Ü3-Bereich müsse diese Betreuung zwingend ein Platz in einer Kindertagesstätte sein. Für Unter-Dreijährige sehe der Gesetzgeber eine mögliche Alternative bei einer Tagesmutter oder auch bei einem Tagesvater vor.

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