Südostasienhilfe freut sich über neues Schulhaus

In der neuen Schule macht das Lernen Spaß. Jutta Gimmel hat sich beim jährlichen Besuch davon überzeugt.
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In der neuen Schule macht das Lernen Spaß. Jutta Gimmel hat sich beim jährlichen Besuch davon überzeugt.

WERNE - Wenn Jutta und Bruno Gimmel immer zu Jahresbeginn ihre Schützlinge in Burma/Myanmar besuchen, ist das in den von ihrer Projekthilfe Südostasien mit Spenderhilfe geförderten Kinderheimen ohnehin ein Grund zum Feiern. Doch bei der jüngsten Visite der Werner war die Freude im Kinderheim Nr. 1 besonders groß: das dortige Schulhaus ist noch vor dem gesetzten Termin Ende März fertig geworden.

In der Einrichtung leben 720 Kinder, wie die Gimmels nach ihrer Rückkehr im Jahresbericht des Vereins mitteilen. 250 dieser Kinder werden in der neuen Mittelschule unterrichtet und müssen daher nicht mehr täglich mit dem eigenen Schulbus in die nahe Kreisstadt gebracht werden. „Benzin für den Bus und Schulgeld für die staatliche Schule sind nicht mehr nötig. Das eingesparte Geld deckt bei weitem die Lehrergehälter für die acht neu eingestellten Lehrer“, freut sich Bruno Gimmel über den nachhaltigen Effekt der Maßnahme.

Der Schulbau stellt eine Besonderheit dar, weil er das erste Projekt in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) ist. Der für den kleinen Verein erhebliche Aufwand für die Antragsstellung hat sich gelohnt. „Außer den Baukosten unterstützt das Ministerium auch eine Erstausstattung mit Schulmöbeln, Computer, Drucker, Schulbüchern, und Schulmaterial“, schreibt Gimmel weiter. Von den Gesamtausgaben von 133 000 Euro trägt das BMZ 75 Prozent, also 100 000 Euro. Die Projekthilfe steuerte 33 000 Euro bei. Möglich war das, weil mehr als 50 000 Euro Spenden eingegangen waren.

Die Gimmels danken dafür und bereiten eine weitere Kooperation mit dem Entwicklungshilfe-Ministerium vor. Dafür mache das BMZ zur Bedingung, dass der hiesige Verein mit einem unabhängigen Partnerverein in Burma zusammenarbeitet. „Nicht ganz einfach in diesem korrupten Land“, so Gimmel. Doch dank der Hilfe von Freunden sei der Verein gegründet und vertrauenswürdiges Personal für die Abwicklung der Bankgeschäfte gefunden: Ein Unternehmer und Freund des leitenden Mönchs im Kinderheim Nr.1 und ein Lehrer der „American International School“ in Rangun.

Mit deren Hilfe geht es an das nächste Vorhaben: der Bau eines Schulhauses in einem sehr abgelegenen Heim, an dem 265 Kinder eine baulich primitive Grundschule besuchen. Die Kinder kommen aus Familien im Umkreis, ihre Eltern können in dem bitterarmen Land aber das Schulgeld für die staatliche Schule nicht bezahlen. Der kostenlose Besuch der von buddhistischen Mönchen geleiteten Schule ist die einzige Chance, Lesen und Schreiben zu lernen. Unterrichtet wird unter einem ringsum offenen Palmdach auf nacktem Lehmboden. Ein einheimischer Architekt erstellt bereits Pläne für einen Neubau. Es geht also weiter. - red

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