Straßenfestival durchweg gut besucht

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Acts wie Circus Puntino lockten mit ihrer feurigen Akrobatik-Show.

Werne - Das launenhafte Wetter konnte dem Straßenfestival in Werne nichts anhaben. Nach einem etwas verhaltenem Auftakt am Freitagnachmittag war das Festival am Abend des ersten Tages und am Samstag durchweg gut besucht.

Die Künstler überspielten das unbeständige Wetter mit lockeren Bemerkungen. Ihre Zuschauer gingen bereitwillig auf Scherze ein und ließen sich ohne zu zögern für Tricks rekrutieren.

Nähe herstellen, in Bewegung sein, reden: Jeder Künstler hatte so seine Methode, den Kontakt zur Zuschauermenge herzustellen. Gregor und Katjusha sprangen mit ausgebreiteten Armen auf die Leute zu, gingen reihum und schüttelten Hände. Noch ein paar Gags, um die Stimmung weiter zu lockern, dann flocht Katjusha ihren langgliedrigen Körper durch die Speichen des Rhönrades.

Straßenfestival in Werne: erster Tag

Zur träumerischen Filmmusik aus „Die fabelhafte Welt der Amelie“ kreiste sie über das Pflaster. Mit bewundernden Ausrufen reagierte das Publikum auf die graziösen Figuren, in denen Katjusha ihren Körper um das Rad wand. In der Bonenstraße stand ein zierliches Persönchen mit jungenhaftem Haarschnitt auf einer Plastikbox. Von dort feuerte sie ihr Publikum zu Sprechchören an. Nach dieser Aufwärmübung gab die Kanadierin Billy Kidd vor, Deutsch lernen zu wollen.

Billy Kidd präsentierte Magisches.

Während sie das entsprechende Utensil etappenweise aufblies, fragte Billy ihr Publikum nach den deutschen Worten für „balloon“ (Luftballon) und „bigger“ (größer“). Als sie alle so richtig schön in den Redefluss gelullt hatte, zerstach die Magierin den Ballon – und zauberte eine Weinflasche hervor. Im Verlauf des Straßenfestivals wurde das Publikum immer mutiger und ein bisschen frech. „Für diesen Trick habe ich drei Jahre gelernt“, rief der Akrobat Popeye beifallheischend ins Publikum auf dem Roggenmarkt. „Und, kannst’ es jetzt“, brüllte jemand zurück. Konnte er. Im Hut landeten nach der Vorstellung von „Popeye & Olive“ jede Menge Scheine.

Auf der Steinstraße holte „Ernest the Magnifico“ zwei Männer in seine Arena, um sie für einen Modellauto-Stunt zu arrangieren. Als er den einen aufforderte, sich auf den anderen zu legen, stutzte ersterer – und befolgte die Anweisung. Ernest war verblüfft: „Ich habe das schon tausendmal gemacht und niemand sonst hat das getan.“ Die Zuschauer jubelten.

Acts wie Circus Puntino lockten mit ihrer feurigen Akrobatik-Show.

Wo immer er auftrat, scharrte „El Diabolero“ eine Menschenmenge um sich. Diese redete er kollektiv mit „Werner“ an und heizte ihr so ein, dass ihm die Antworten auf seine Fragen aus hunderten Kehlen einstimmig entgegenschallten. Ziggy McNeill ließ sein Instrument sprechen. Um ihn sammelte sich regelmäßig ein kleinerer Kreis von Liebhabern des akustischen Gitarrenspiels.

"Red Ivy" rocken zum Schluss

Am Samstagabend belebte sich die Innenstadt nochmals. Neben den Straßenkünstlern lockte die Werner Band „Red Ivy“. „Es ist schön, wieder in Werne zu spielen“, riefen sie von der Bühne auf den menschenvollen Kirchplatz herunter. „Home“, ein Song über Heimat, bewies, dass sie es so meinten. Außerdem begeisterten die jungen Musiker mit Cover-Songs wie „Numb“ von Linkin Park oder „You can go your own way“ von Fleetwood Mac.„Ein toller Abend“, riefen sich einige Heimkehrende auf dem Rückweg gegenseitig zu.

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