Straßenfestival 2017 in Werne: Video und Fotostrecke online

Werne - Unterwegs beim Straßenfestival fiel am ersten der beiden Event-Tage zweierlei auf: Die Künstler gaben alles – egal, ob zehn oder Hunderte Zuschauer vor ihnen standen. Umgekehrt machte das Publikum alles mit, wozu es aufgefordert wurde. Einziger Spielverderber war am Freitag das Wetter – anfangs jedenfalls.

Kirchplatz, 14 Uhr: Rechtzeitig zur Eröffnung des Straßenfestivals hat der Wolkenbruch nachgelassen. Statt Regentropfen prasseln lateinamerikanische Rhythmen auf den Kirchplatz. Die Gruppe „Palo Santo“ lässt sich die Spielfreude nicht vermiesen. Auch nicht von der Tatsache, dass sich zur Eröffnung nur wenig versprengte Schaulustige eingefunden haben. Die meisten sind Vertreter von Stadtmarketing, Verwaltung und Politiker. Statt einer Eröffnungsrede stellen Bürgermeister Lothar Christ und Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht die Künstler vor.

Kirchplatz, 15 Uhr: Während er die Utensilien für seinen Auftritt auf dem Marktplatz verstreut, grinst Mr. Fish unverdrossen einige Zuschauer an, die der wieder eingesetzte Regen nicht abschreckt. Mit einer „Konfettibombe“ verdient sich der australische Artist den ersten Applaus. Das lockt weitere beschirmte Besucher an. Schließlich sind es an die 60 Kinder und Erwachsene, die dem schlaksigen Mann und seinen Jonglagen und Clownerien zujubeln. Aus dem Zuschauerkreis zieht Mr. Fish drei Männer in die Mitte, die er zu Standbildern um sein Einrad gruppiert. Er zählt von drei runter und brüllt in Englisch: „Schlagt euch!“ Die drei schauen sich verdutzt an. „Wenn ich das in Amerika mache, erschießen sie sich“, frotzelt Mr. Fish.

Straßenfestival in Werne: erster Tag

Altes Rathaus, 16 Uhr: Die Veranstalter haben zwei Vorstellungen kurzfristig in den Bürgersaal verlegt, weil der Regen zu stark geworden ist. Nach und nach finden sich an die 70 Zuschauer ein, um die Marionetten von Bence Sarkadi zu bewundern. Am Stand der Tourist-Info hat Andrea Nienhaus einen Blick auf suchend umhergehende Passanten. „Dann rufe ich auch schon einmal herüber, dass jetzt eine Show verlegt worden ist.“

Bonenstraße, 16.15 Uhr: Durch das Schaufenster seines Fotogeschäfts beobachtet Willi Kraak, wie die Band „Palo Santo“ ihre Instrumente unter dem schmalen Überdach des Hauses gegenüber aufbaut. „Da bin ich zu den Musikern gegangen und habe gesagt, ich fahre für euch die Markise aus, die bietet mehr Schutz vor dem Regen.“

Roggenmarkt, 17 Uhr: Die Wetterapps, die ab dieser Uhrzeit erst einmal trockenes Wetter prognostizierten, behalten recht. Glück für den Brasilianer Dan Marques. Mit komisch übertriebenen Gebärden verwandelt er die Knöpfe seines Fracks in einen Pingpongball oder einen Hosenknopf. Die Zuschauer kichern. Es werden mehr; viele haben nun Feierabend.

Kirchplatz, 17.30 Uhr: Felice und Cortes Young begeistern die Menge mit ihrem Mix aus rockigem Sound, Jonglage und Comedy. Das Publikum johlt, als Cortes mit drei Schlagstöcken jongliert, ohne den Rhythmus auf seinen Drums zu unterbrechen.

Zwischen Marktplatz und Bonenstraße, ab 18 Uhr: Inzwischen lassen sich die Zuschauer nicht mehr zählen. Vor den Acts bilden sich Menschentrauben. Applaus und Lachen schallen durch die Fußgängerzone. Die Leute klatscht im Takt zu der rasanten Swing-Musik, mit der Popeye und Olive ihre akrobatischen Einlagen unterlegen. Vom Kirchplatz tönt Pfeifen und Johlen, als El Diabolero sein Diabolo fast auf Höhe der Kirchturmuhr bringt.

Etwas abseits des Trubels schiebt Felice Young einen Kinderwagen über die Bonenstraße. „Wir haben jetzt zwei Stunden frei, die verbringen wir mit Nilo im Hotel, beim Spielen mit der Eisenbahn“, sagt sie. Nilo ist ihr anderthalbjähriger Sohn, der schon mit in Brasilien war. „Er kennt den Trubel und fühlt sich dabei wohl“, erzählt Young. Nur sei ihr Babysitter jetzt kurzfristig ausgefallen. „Das Stadtmarketing-Team war supertoll, die haben kurzfristig einen Ersatz organisiert.“

Am Samstag zweiter Festival-Tag

Der zweite Festival-Tag am Samstag startet um 12 Uhr. Die Shows beginnen jeweils zur vollen Stunde an bis zu sechs Spielorten. Um 22.30 Uhr spielt auf dem Kirchplatz die Werner Band „Red Ivy“.

Rubriklistenbild: © Volkmer

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