St. Christophorus setzt Zeichen für Flüchtlingshilfe

+
Heidrun und Dr. Hermann Steiger (r.) nahmen die Spende von Brigitte Schulze Froning (v.l.), Pfarrer Jürgen Schäfer, Maria Meschede und Andrea Milde für die Flüchtlingsarbeit entgegen.

WERNE - Das von der Arbeitsgemeinschaft der Lokalen Agenda angestoßene Engagement für Flüchtlinge zieht Kreise. Am Freitag hat die Gemeinde St. Christophorus 3000 Euro aus ihrer Caritas-Sammlung für die Arbeit der AG Flüchtlinge gespendet.

Mit der öffentlichkeitswirksamen Übergabe wurde ein Zeichen gesetzt, wie die AGF-Sprecher Dr. Hermann und Heidrun Steiger betonten.

Pfarrdechant Jürgen Schäfer zollte dabei der Evangelischen Gemeinde seine Anerkennung für die Entscheidung, einer Flüchtlingsfamilie Kirchenasyl zu gewähren.

„Ich finde das gut“, sagte Schäfer auf Nachfrage des WA. „Schließlich handelt es sich um eine Familie, die schon zur Gemeinde gehört. Da ist es richtig, dass man sich um sie kümmert. Ich würde in einer solchen Situation nicht anders handeln.“

Eine Haltung, die sich auch in der praktischen Pfarrcaritas für Bedürftige niederschlägt. „Wir haben für die Caritas eine Kasse und führen zwei Mal im Jahr eine Haussammlung durch, um dort auszuhelfen, wo Menschen bedürftig sind. Das ist sehr bedrückend und kommt in Werne häufiger vor, als man vielleicht glaubt“, so Schäfer. „Und zu diesen Menschen zählen selbstverständlich auch die Flüchtlinge.“

Der Pfarreirat habe sich intensiv mit der Frage nach Hilfen beschäftigt und festgestellt, „dass wir mehr tun müssten.“ Im Unterschied zu anderen Menschen in Notlagen hätten sich bisher keine Flüchtlinge direkt an die Gemeinde gewandt. „Ein Problem besteht darin, dass man über die Situation der Flüchtlinge sehr wenig weiß. Da ist es gut, wenn man in Ihnen einen Türöffner hat“, wandte sich der Pfarrer an Steigers.

Diese Erfahrung machten auch die Ehrenamtlichen in der Betreuung oder in ihren Deutschkursen, berichtete Hermann Steiger. Die Flüchtlinge bewegten sich nur selten und ungern außerhalb der Kreise um die Sammelunterkünfte. Deswegen gehe vom Engagement der Gemeinde, wie schon bei der Plätzchen-Aktion vor Weihnachten, „ein wichtiges Signal auch an die Flüchtlinge aus. Sie vermissen oft eine persönliche Ansprache.“

Mit der Spende will sich die Agendagruppe daran machen, die nach ihrer Schilderung von der Stadt vernachlässigte Unterkunft im ehemaligen Internat des Christophorus-Gymnasiums wohnlicher zu gestalten: Wände streichen, Bilder aufhängen, passendere Möbel besorgen. „Wir gehen davon aus, dass sich eine ansprechendere Gestaltung positiv auf das Klima und das Sozialverhalten auswirkt“, sagte Dr. Steiger. - bkr

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert.

Hinweise zum Kommentieren: Auf wa.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion