Stadt will Innenstadt stärken – aber nicht alleine

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Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht (v.l.), Bürgermeister Lothar Christ, Ausschuss-Vorsitzender Michael Zurhorst und Chef-Planer Ralf Bülte stellten die Offensive vor.

WERNE - Wernes Innenstadt ist mit ihren historischen Mauern und den vielen Geschäften überaus attraktiv. Sie ist aber auch bedroht, wie die zunehmende Zahl von Leerständen dokumentiert. Um die Lebensbedingungen des Zentrums zu verbessern, blasen Politik und Verwaltung jetzt zur Innenstadt-Offensive.

„Wir müssen das Beste aus unserer Stadt machen“, sagt Bürgermeister Lothar Christ. Mit Betonung auf „Wir“.

Christ stellte die Offensive am Freitag zusammen mit Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht, dem Baudezernenten Ralf Bülte sowie Michael Zurhorst, dem Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtentwicklung, Planung, Umwelt und Verkehr, vor. Sie ist zunächst einmal ein erstes größeres Bündel mit teils schon bekannten Vorhaben zur Belebung der Mitte, darüber hinaus aber ein eindringlicher Appell an alle, sich einzubringen. Kaufleute, Immobilienbesitzer, Bürger – alle sollen mit ins Boot.

Die Offensive fußt auf zwei Säulen: Mittel- und langfristig sollen Baumaßnahmen in den Stiel gestoßen werden – auch private, durch die öffentliche Hand geförderte. Zudem sind für 2016 Projekte und Aktionen geplant. Mit zwei Veranstaltungen mehr im Jahr sei in Sachen Innenstadt-Stärkung nichts gewonnen, sagte Christ mit Blick auf den sich verändernden Einzelhandel und des befristeten Wegfalls des Solebads als Frequenzbringer.

  - Zu den Baumaßnahmen:

Hier dürfe es keine Denkverbote geben, betonte Zurhorst. So ließe sich etwa aus der oberen Bonenstraße, wo schon jetzt viele Kneipen und Restaurants zu finden sind, eine Gastro-Meile ausweisen, falls dies gewünscht werde. Käme man zu dem Schluss, dass die Fußgängerzone zu groß sei, müsse man in Erwägung ziehen, Teile wieder für den Verkehr freizugeben. Darüber hinaus erläuterte Zuhorst die Idee einheitlich gestalteter Werbetafeln zur Verschönerung des Stadtbildes, die über einen geplanten Verfügungsfonds mitfinanziert werden könnten. „Aber das muss man wollen.“

Bülte nannte die Umgestaltung von Horne-Grünzug im Zuge der Regionale als einen von mehreren Schwerpunkt der Stadtplanung. Erfreut zeigte er sich, dass Werne Teil einer neuen Radroute zu historischen Stadtkernen in Westfalen wird. Dies stärke ebenso den Radtourismus wie der neue Innenstadt-Fahrradring. 390 Kilometer lang sei die Strecke, die von der AG Historischer Stadt- und Ortskerne NRW ausgearbeitet werde, und sie führe durch neun Städte.

Bülte wies auf die Notwendigkeit zur Schaffung größerer Ladenlokale hin. Dazu könnten sich Eigentümer kleinerer Flächen zusammentun. Christ legte Besitzern leerer Geschäfte nahe, über neue Vermietungsmodelle nachzudenken, bei dem etwa die Höhe des Mietzins’ vom wirtschaftlichen Erfolg des Mieters abhängig gemacht werde. Auch sei es in Werne wieder an der Zeit, über einheitliche Laden-Öffnungszeiten nachzudenken.

Laut Brautlecht sollen Immobilienbesitzer bei Umnutzungsplanung von Leerständen beraten werden, es soll einen Quartiersmanager als „Kümmerer“ geben.

- Zu den Aktionen:

Wie Brautlecht betonte, gibt es 2016 in der Innenstadt alleine 37 Veranstaltungstage mit Beteiligung des Stadtmarketings sowie 100 Wochenmarkt-Tage. Die Ausweitung von „Donnerstags in Werne“ auf sieben Konzertabende sowie die Premiere des „Straßen-Festivals“ Ende August sollen Leben in die City bringen. Mit den Einzelhändlern wird inhaltlich gearbeitet: So findet am 24. Februar eine Veranstaltung zum Thema Offline-/Online-Handel statt.

Christ kündigte für Samstag, 12. März, eine Säuberungs-Aktion in der Innenstadt an. Unter dem Motto „Werne putzt sich ‘raus“ sollen Wege und Grünflächen gereinigt werden. Auch dazu seien alle Bürger aufgerufen.

„Der Ball liegt nicht bei der Stadt, sondern bei allen“, unterstrich Christ. Bei der Offensive gelte es, Optimismus zu verbreiten, die „Jammerkultur“ in Werne müsse aufhören. Dass die Menschen bereit seien, etwas für ihre Stadt zu tun, zeige der große Erfolg des Werne-Gutscheins mit derzeit mehr als 12 000 verkauften Exemplaren. - am

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