Wernes Bauhof rüstet gegen Eichenprozessionsspinner auf

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Das soll sich nicht in größerem Ausmaß wiederholen: Die Ausbreitung des Eichenprozessionsspinners schränkte zuletzt Sportler und Spaziergänger im Stadtwald ein.

Werne - Gegen den Eichenprozessionsspinner (EPS) scheint kein Kraut gewachsen. Die Stadt Werne setzt nun auf Manpower: 

Per Stellenanzeige werden zwei ausgebildete Gärtner mit Expertise in der Baumpflege und dem Umgang mit Hubarbeitsbühnen gesucht. So will der Bauhof der Ausbreitung des wegen der Allergiegefahr gefürchteten Falters begegnen. Damit die beiden Neuen im Team den Nestern der Raupen auf den giftigen Pelz rücken können, wird außerdem ein spezieller Sauger angeschafft und ein Fahrzeug mit Hubsteiger bei einem örtlichen Hersteller gemietet.

"Firma kann nur Feuerwehr sein"

Mit solch einer Ausstattung ist bisher immer der Schädlingsbekämpfer Angelkort aus Herbern im Auftrag der Kommune angerückt, wenn der Befall mit dem Spinner im öffentlichen Raum eine Gefahr darstellte. Diesen Dienstleister teilte sich Werne mit etlichen anderen Auftraggebern. Da konnte immer nur das Nötigste erledigt werden. „Die Firma kann bei dieser Nachfrage immer nur die Feuerwehr sein“, erläutert Bauhofleiter Detlef Bruns, worin die Spitzen von Verwaltung und Kommunalbetrieb den Vorteil beim Aufbau eigener dauerhafter Ressourcen sehen.

Stadt kann schneller reagieren 

Nun wolle die Stadt „das Problem nachhaltig angehen. Wenn wir die Nester konsequent bekämpfen, haben wir auch eine Chance, die Population im nächsten Jahr zu verringern“, so Bruns. „Wir müssen agieren, bevor die Larven im Baum verschwunden sind. Sonst kommen wir da im Verborgenen nicht mehr dran.“ Auch komme beim Bürger gewiss positiv an, dass die Kommune schneller auf einen entdeckten Befall reagieren könne, statt zunächst nur Schilder aufzustellen.

Vier Monate "Hauptkampfzeit" 

Der Bauhofleiter ist sich mit der Personalverwaltung einig, dass die EPS-Bekämpfer mit dieser Aufgabe gut vier Monate im Jahr voll und ganz ausgelastet sind. Und dass es neben der Raupensaison noch genug Arbeit gibt: zunächst ebenfalls in luftiger Höhe, bei der Baumpflege nämlich. Hier werde aus Kapazitätsgründen kaum mehr bewältigt als die Verkehrssicherungspflicht zwingend erfordere, so Bruns. Nun könne auch die systematische Pflege durch Auslichten und Rückschnitt angegangen werden. In der übrigen Grünpflege und beim Winterdienst seien vier Hände mehr ebenfalls willkommen.

Dienstleister übernimmt Sprüharbeiten 

Wäre es nach der CDU-Fraktion gegangen, hätte sich die Verwaltung nach einem Fachbetrieb umsehen müssen. Sie hatte zum Haushaltsbeschluss im Rat in ihrem Bündel überraschender Änderungswünsche unter anderem beantragt, eine Firma mit dem Kampf gegen den Spinner zu beauftragen. Doch das Konglomerat an Forderungen wurde Anfang Dezember unisono im Paket abgelehnt. So war, da mit dem Jahreswechsel auch die Haushaltssicherung überwunden ist, der Weg frei für die Stellenausschreibung und Anschaffung. Ganz ohne Dienstleister geht es aber nicht. Die zusätzliche vorgesehene Vernebelung befallener Eichen mit einem Wirkstoff, der die Larven des Prozessionsspinners vertrocknen lässt, soll weiter der Fachbetrieb aus dem Nachbardorf erledigen. „Solch ein Gerät zu kaufen“, so Bruns, „wäre zu teuer.“

2019 Kosten von 50.000 Euro

Apropos Geld: Damit sie nicht irgendwann Schulen oder Kitas sperren musste, weil darüber der Spinner haust, hat die Stadt Werne im Vorjahr 50 000 Euro für den Raupenjäger ausgegeben. Die Prophylaxe durch das Einsprühen befallener Gehölze ist nach Auskunft von KBW-Leiter Frank Adamietz mit 20 000 Euro kalkuliert, der Kauf des Saugers samt Stromaggregat mit 5 000 Euro. Die Miete der Hubbühne steht mit 12 000 Euro zu Buche und 15 000 Euro werden für Arbeitsmaterial, Schutzkleidung und mehr benötigt. Waidmannsheil! 

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