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St. Konrad Werne hat nun ein „wunderbar gelungenes“ Zuhause

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Bei der Einweihung der neuen Kapelle St. Konrad setzt Weihbischof Stefan Zekorn die Reliquien der Heiligen Innocentia und der Heiligen Prudentia in den Altar.
Bei der Einweihung der neuen Kapelle St. Konrad setzt Weihbischof Stefan Zekorn die Reliquien der Heiligen Innocentia und der Heiligen Prudentia in den Altar. © Rottmann

Als im Juli 2018 die Gemeinde St. Christophorus die alte Kirche aufgab, wusste niemand so genau, wie es weitergehen würde. Mit der neuen Kapelle ist nun ein neues Kapitel aufgeschlagen.

Werne - Es war eine schwierige Zeit - besonders für die Gläubigen rund um den Kirchberg an der Stockumer Straße. Als am 1. Juli 2018 die Kirche St. Konrad mit dem letzten Gottesdienst profaniert wurde, begann eine ungewisse Zukunft für die Konradianer. „Niemand konnte sich so richtig vorstellen, wie es nach Umsetzung der Umbaupläne an diesem Standort aussehen würde“, erinnerte sich Pfarrdechant Jürgen Schäfer. Jetzt können sich alle vom Ergebnis überzeugen – und sind begeistert.

St. Konrad Werne hat nun ein „wunderbar gelungenes“ Zuhause

So auch Weihbischof Stefan Zekorn, der nach Werne gekommen war, um mit rund 70 Gemeindemitgliedern im umgestalteten Turm der ehemaligen Konradkirche die offizielle Einweihung der Kapelle zu feiern. Wegen der Coronapandemie musste dieser Termin mehrfach verschoben werden. Der Bischof lobte die gelungene Nachnutzung des Kirchengebäudes und vor allem die Gestaltung des neuen Kirchenraums.

Höhepunkt des Gottesdienstes war das Einsetzen der Reliquien der Heiligen Innocentia und der Heiligen Prudentia in den Altar. Vor dem Abriss des Kirchenschiffs vor gut drei Jahren waren die Reliquien der Märtyrerinnen aus der Kirche entfernt worden. „In der Kirche ist es von Anfang üblich, dass man einen Altar über dem Grab von Heiligen baute“, erklärte der Weihbischof. „Sie, die vor uns den Glauben gelebt haben, sind das Fundament, auf dem die Kirche steht.“

Lothar Christ: „Kapelle ist wunderbar gelungen“

Von einem freudigen Tag sprach Bürgermeister Lothar Christ und lobte: „Diese Kapelle ist wunderbar gelungen.“ Diese kombinierte Nutzung als Kirchenraum und Verwaltungsgebäude für die Zentralrendantur sei eine geniale Idee.

„Ziel war es, den Raum so zu gestalten, dass die zukünftige Generation gerne hier betet“, erklärte Pater Abraham Fischer von der Abtei Königsmünster in Meschede. Er gab einen Einblick in sein Konzept zur künstlerischen Gestaltung des neuen Kirchenraumes. Im Eingang wird der Weg gekreuzt von dem Wort des Heiligen Konrad von Parzham, des Namenspatrons der Kirche. „Das Kreuz ist mein Buch“, steht auf dem Band im Boden. „Daraus leitet sich ein Weg ab, der in die Kirche führt - und auch wieder hinaus“, erläuterte Pater Abraham.

„Das Kreuz über dem Altar ist transparent und trotzdem da. Es kann sozusagen der Rahmen werden, durch den wir unser Leben in der Botschaft Jesu Christi neu deuten und verstehen.“ Doch das Kreuz, der Karfreitag, ist nicht das letzte Wort. Die Osterkerze, Symbol für die Auferstehung, steht am Ende des Weges. Und diese Osterkerze befindet sich inmitten der zwölf Apostelkerzen. Kapelle und Verwaltungsgebäude sind nur getrennt durch eine raumhohe Glasfront. „Wenn die Tür geschlossen ist, legt sich ein leiser Vorhang über den Raum. Wie eine Membran lässt sie die Hektik und Lautstärke draußen, lädt aber immer wieder ein, hinein zu schauen“, sagte der Benediktinerpater.

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