Angeklagten werden 14 Straftaten vorgeworfen

Krimineller Bande wird der Prozess gemacht - Insider eines Geldtransport-Unternehmens half

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Die Tat ereignete sich Mitte 2017 in der mittlerweile geschlossenen Postbank-Filiale an der Alten Münsterstraße.

Werne/Essen – Vor zwei Jahren ist aus einem Geldautomaten in Werne mehr als eine Viertelmillion Euro gestohlen worden. Die Straftat gehörte zu einer Serie von Diebstählen und Raubüberfällen, die eine Bande im Ruhrgebiet und im Münsterland verübt haben soll. Tatverdächtig sind sechs Männer und eine Frau. Sie müssen sich ab Dienstag, 15. Oktober, in einem Prozess vor dem Essener Landgericht verantworten.

Angesetzt sind 20 Verhandlungstage bis zum 19. Dezember. Den Angeklagten werden 14 unterschiedliche Straftaten vorgeworfen. In Werne sollen zwei von ihnen am 23. Juni 2017 aktiv geworden sein: Aus dem Geldautomaten der ehemaligen Postbank-Filiale an der Alten Münsterstraße stahlen sie Bargeld in Höhe von 254.000 Euro. Dazu nutzten die Täter einen Originalschlüssel.

Diesen soll ihnen ein anderer Angeklagter als Mitarbeiter des zuständigen Geldtransport-Unternehmens verschafft haben. Dieser Mann hatte den beiden mutmaßlichen Tätern auch erklärt, wie sie den Geldautomaten mit Hilfe des Schlüssels öffnen und schließen könnten. Bei weiteren Überfällen, Diebstählen und Betrügereien sollen die Mitglieder der Bande – teilweise in unterschiedlichen Besetzungen – mehr als zwei Millionen Euro erbeutet haben. 

In Mönchengladbach überfiel einer der Männer im Mai 2016 eine Schmuckhändlerin. Er bedrohte die Frau und sprühte ihr Pfefferspray ins Gesicht. Dann floh er mit Schmuck im Wert von 300.000 Euro. Außerdem sollen vier Männer mehr als eine halbe Million Bargeld aus einem Geldtransporter in Dortmund und 1,8 Millionen Euro in Gronau gestohlen haben. Auch bei diesen Taten spielte jener Angeklagte eine wichtige Rolle, der als Angestellter des Geldtransport-Unternehmens über entscheidendes Insider-Wissen verfügte. 

Die Anklage lautet außerdem auf Körperverletzung, Geldwäsche, Drogenhandel und Verstoß gegen das Waffengesetz. Die Männer und die Freundin eines der Angeklagten, die aus Recklinghausen, Köln und Wachtberg stammen, sollen weitere Überfälle auf Bankfilialen und Geldtransporter in Köln und Kamen geplant haben. 

Dazu kam es jedoch nicht: Nach monatelangen Ermittlungen konnte die Polizei die Bande im Dezember 2018 bei einer Großrazzia festnehmen.

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