Bürgermeisterstimme entscheidet: Wernes Bad-GmbH weiter ohne Tarif

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"Werne ist eine faire Stadt, TVöD was sonst!" stand auf dem Plakat, mit dem Fairtrade-Akteure die Ratsmitglieder empfingen.

Werne - Die Bürgermeisterstimme gab wohl den Ausschlag: Der SPD-Antrag auf Tarifbindung der Bad-GmbH ist abgelehnt.

Vor der Tür haben am Mittwochabend ein gutes Dutzend Akteure aus den Reihen der Eine-Welt-Gruppe die Ratsmitglieder ermahnt, dass die offizielle „Fairtrade-Town“ Werne auch in eigener Sache "global denken und lokal handeln" sollte: Also nicht nur für fairen Lohn in Drittweltländern eintreten, sondern auch die künftige Belegschaft des neuen Solebades nach Tarif beschäftigen sollte. Im Ratssaal warben SPD, Grüne, UWW und Linke dafür. Doch CDU, FDP und Bürgermeister Lothar Christ (parteilos) hat das nicht überzeugt. Der Verwaltungschef erklärte nach langem Zögern nun öffentlich, dass er sich in dieser Abwägung der Konsequenz seiner eigenen Strategie zur Haushaltssicherung verpflichtet sehe - und deshalb keinen finanziellen Spielraum für die Tarifbindung. Die mache jährlich 160.000 Euro aus. 

Sachliche Diskussion vor 50 Zuhörern

Die Abstimmung erfolgte auf Antrag der Befürworter geheim in der Wahlkabine. An dem zuvor offenbarten Kräfteverhältnis änderte das nichts. Mit dem somit wohl ausschlaggebenden Bürgermeistervotum wurde der SPD-Antrag auf Rücknahme des in der Gesellschafterversammlung schon mehrheitlich beschlossenen Gehaltsmodells der Bad-GmbH mit 19:20 Stimmen abgelehnt. Trotz des erwartbar knappen Ergebnisses verlief die eineinhalbstündige Diskussion vor 50 Zuhörern unaufgeregt in sachlicher Atmosphäre. Dabei wurde deutlich, dass es um den Grundsatz der Tariftreue gehe. An der Höhe der vorgeschlagenen Gehälter gab es keine Kritik. 

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