Lieder erklingen im Werner Stadtmuseum übers Smartphone

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Kein Muss, aber eine wohlklingende Ergänzung: Über eine eigens entwickelte App lassen sich per Smartphone Lieder und nähere Infos zur Sonderausstellung abrufen.

Werne - Wenn Besucher der neuen Sonderausstellung im Stadtmuseum zu telefonieren scheinen, hat dies nichts mit Desinteresse zu tun. Im Gegenteil: Sie hören Lieder über ihr Handy – mittels einer App, die eigens für die Schau entwickelt wurde.

„Davon ich sing’n und sagen will ... – Luther-Lieder und Herzenslieder“ heißt die neue Ausstellung. Nicht nur die App ist ein Novum – auch das hohe Maß an Beteiligung der Werner Bürger. Sie waren im Vorfeld aufgerufen, ihre Lied-Geschichten zu erzählen. „Acht sind zusammengekommen“, erläuterte Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer bei der Eröffnung der Schau vor rund 50 Gästen. 

Überdies bereichern rund 20 Werner die Schau mit Exponaten – darunter Gesangbücher, Konzert-Plakate, alte Briefe, Fotos von Chören, historische Tonträger wie ein Symphonion sowie mehrere Instrumente. Zu sehen sind etwa ein Bandoneon und ein um 1900 erbautes Harmonium.

Ehepaar Wensing im Tonstudio

Lieder sind Ausdruck der Freude und auch Trostspender. Sie erklingen, wenn allein das Wort nicht ausreicht, um Gefühle auszuleben und auszudrücken. Neue Bedeutung für die Kirche und infolge dessen auch in der Bevölkerung erfuhr das Lied mit dem Reformator Martin Luther. Sechs seiner rund 40 Lieder, darunter der bekannte Choral „Eine feste Burg ist unser Gott“, sind in der Ausstellung zu hören – in einem Tonstudio in Bergkamen eingespielt und gesungen von Kantor Dr. Hans-Joachim Wensing sowie seiner Frau Dagmar Borowski-Wensing. 

Die sechs Lieder erklingen aber nicht über Audio-Guides oder die in vielen Museen zu findenden Abspielstationen. „Diese Technik wäre viel zu teuer“, sagt Prof. Dr. Andreas M. Heinecke. Der Hochschullehrer und Vorsitzende des Werner Kulturausschusses hat stattdessen mit einigen Mitarbeitern die App „em3guide“ entwickelt. Museumsbesucher können sie kostenlos auf ihr Smartphone laden und erhalten vor Ort bei Eingabe einer Zahlenkombination auch schriftliche Infos und ergänzende Bilder zum jeweiligen Exponat. 

Ausstellung auch ohne Smartphone sehenswert

An der Technik habe bereits ein weiteres Museum in Moers Interesse, schilderte Heinecke im Vorfeld der Ausstellungseröffnung. Döhrer betonte, dass die Ausstellung aus ihrer Sicht auch ohne App-Nutzung sehenswert sei. Wer kein Smartphone besitze, könne es sich am Museumseingang ausleihen. „Wir haben fünf angeschafft.“ 

Die App läuft derzeit nur in Verbindung mit einem Android-Betriebssystem. Die Version für Apple-Geräte stehe vermutlich ab Beginn nächster Woche zur Verfügung, erläuterte Heinecke. Seinen Worten nach können die Museumsbesucher die beim Rundgang abrufbaren Lieder und Infos im Anschluss mit nach Hause nehmen. Er versicherte zudem, dass keinerlei Daten der Gäste gespeichert würden. „Das W-Lan-Netz in der Ausstellung läuft getrennt vom Internet.“

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