Corona-Krise in Werne

Solebad, Straßenfestival, Sim-Jü: So setzt Werne die Corona-Lockerungen um

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Die Stadt Werne hat am Freitagvormittag erklärt, wie sie die vom Land vorgegebenen Lockerungen umsetzt.

Am Freitag hat die Stadt Werne in einer Pressekonferenz erklärt, wie die vom Land NRW verkündeten Lockerungen in Werne umgesetzt werden. Hier lesen Sie alle wichtigen Infos.

Werne - Die Stadt Werne hat sich am Freitagvormittag zu den neuen Lockerungen, die Bund und Länder beschlossen haben, geäußert. Wir erklären Ihnen, wie es um die städtischen Veranstaltungen, das Solebad, Stadtbücherei, Museum und die Gastronomie steht.

Schon länger ist klar, dass Großveranstaltungen bis zum 31. August in Deutschland unter den Corona-Verordnungen untersagt sind. Was aber genau eine Großveranstaltung ist, haben Bund und Land weitestgehend offen gelassen. Für das Straßenfestival in Werne, das dieses Jahr zum fünften Mal stattgefunden hätte, war lange unklar, ob es stattfinden kann oder nicht. Am Freitagvormittag verkündeten Bürgermeister Lothar Christ und Carolin Brautlecht von Werne Marketing die endgültige Absage des Straßenfestivals.

„Die Veranstaltung hat von Beginn an eingeschlagen“, sagt Bürgermeister Lothar Christ. Deshalb sei die Absage nun sehr schade. Wenn sich Straßenkünstler in den Straßen sammeln und ihre Künste vorführen, ziehe das Hunderte Menschen an. Die Hüte der Künstler, die von den Hutgaben leben, würden von den Menschentrauben drumherum immer reichlich gefüllt. So gut komme die Veranstaltung an. Deshalb sage man die Veranstaltung nun auch mit einem weinenden Auge ab, so Brautlecht.

In Sachen Sim-Jü ist noch alles offen. Klar sei, dass Volksfeste die letzten seien, die wieder starten dürften, so Christ. Absagen will die Stadt Sim-Jü aber noch nicht. „Wir beobachten das und fahren zweigleisig“, sagt Lothar Christ. Sollte die Veranstaltung vom 24. bis 27. Oktober im Zuge der weiteren Entwicklungen nicht stattfinden können, werde jeder Schausteller seine Zusagen behalten und könne 2021 zu Sim-Jü wieder dabei sein.

Das Straßenfestival Ende August ist endgültig abgesagt

Exemplarisch hat das Land einige Veranstaltungsformen verboten: darunter Schützen, Straßen- und Weinfeste. Doch Straßenfest sei je nach Größe auch nicht gleich Straßenfest, sagt Bürgermeister Lothar Christ. Dementsprechend wolle man diese nicht per se untersagen.

Der Blumen- und Spargelmarkt, der für den 16. Mai geplant war, wurde bereits abgesagt. An seine Stelle rückt der sogenannte „Wochenmarkt Werne extra“.

Dem Paragraf 11 der aktuell gültigen Corona-Schutzverordnung zufolge gilt die Veranstaltung Werne Karibisch, die vom 10 bis 14. Juli stattfinden sollte, als Großveranstaltung im Sinne eines Weinfestes und ist deshalb untersagt. „Werne Karibisch hat ganz klar den Charakter eines Weinfestes“, sagt Carolin Brautlecht vom Werne-Marketing.

Auch die Veranstaltungen Donnerstags in Werne (28. Mai, 4. Juni, 9. und 23. Juli, 6. und 20. August) und der Feierabendmarkt (25. Juni) gelten Stand 8. Mai als Weinfeste und werden zunächst untersagt. 

Die Veranstaltungs-Reihe "Donnerstags in Werne" gilt Stand 8. Mai als Weinfeste und wird zunächst untersagt.

Komplett für dieses Jahr absagen wolle man die Veranstaltungsreihe mit Blick auf stetig neue Lockerungen, Verordnungen und Entwicklung der Infiziertenzahlen jedoch noch nicht. „Wir sind da im Gespräch mit den Veranstaltern“, sagt Carolin Brautlecht.

Denn gerade diese Veranstaltungsreihe lasse sich mit ein wenig Vorbereitung auch mit einer Art Biergarten-Charakter aufziehen. Denn ab Montag dürfen auch Kneipen, die ihre Gäste ausschließlich an Tischen bedienen, wieder öffnen. Die Bewirtung an der Theke ist untersagt. So könne man die Reihe weiterdenken, sagt Bürgermeister Lothar Christ. Für neue Entwicklungen und Fragen zum Gastronomiebereich sei die Stadt Werne in stetigem Austausch mit dem NRW-Gesundheitsministerium.

Weiter als September wolle man noch nicht schauen, hier gebe es wegen der geltenden Untersagung von Großveranstaltungen bis Ende August noch keinen Handlungsbedarf in den September hinein, so Brautlecht.

Freibad eröffnet mit Duschen und Kabinen draußen

Auch für andere Bereiche des öffentlichen Lebens in Werne gibt es nun erste Regelungen: So kann das Freibad im Solebad ab dem 20. Mai wieder öffnen. Weil die Umkleidekabinen und Duschen im Innenbereich des Bades aber geschlossen bleiben, müssen Gäste die Duschen im Freien nutzen. 

Außerdem werden provisorische Umkleidebereiche draußen eingerichtet. Da derzeit im Solebad einige Renovierungen durchgeführt werden, gehe man Stand jetzt davon aus, dass das restliche Bad Mitte Juni wieder öffnen könne.

Stadt wartet auf Rückmeldung von Kreis und Land

Gastronomien dürfen ab Montag wieder öffnen. Zunächst hieß es auf der Pressekonferenz, dass Kneipen ab Montag ebenfalls unter besonderen Regeln öffnen dürfen. Stunden später ruderte das Ordnungsamt der Stadt zurück. In Werne wartet man noch auf eine Rückmeldung vom Kreis Unna bzw. vom Land NRW, ob und unter welchen Bedingungen auch Kneipen ab Montag öffnen dürfen, hieß es am Freitagmittag. 

Das heißt, endgültig grünes Licht gibt es noch nicht für die Betreiber von reinen „Schankwirtschaften“. Die Industrie- und Handelskammer zu Dortmund etwa geht davon aus, dass Kneipen vorerst geschlossen bleiben müssen.

Die Stadtbücherei öffnet am 19. Mai wieder ihre Türen. In einem neu gestalteten Bereich mit neuen Möbeln präsentiert sich dann der Bereich für Belletristik, Biografien, Hörbücher und Zeitschriften. Zehn Besucher sind gleichzeitig erlaubt. Alle sind dazu angehalten, ihren Besuch nach 20 Minuten abzuschließen. PCs, Playstation, Xbox, Kopierer und Kaffeeautomat sind weiterhin gesperrt. Samstags von 10 bis 13 Uhr können darüber hinaus ausschließlich bestellte Medien in der Bücherei abgeholt werden. Die Rückgabe aller Medien erfolgt draußen in der Passage, wo ein Mitarbeiter der Bücherei zu finden ist.

Auch die Renovierungsarbeiten im Mittelalterraum im Museum sind fast abgeschlossen. Am 12. Mai öffnet die Einrichtung zu den normalen Öffnungszeiten. Dann sind mit Maske und Abstand zehn Menschen gleichzeitig im Museum erlaubt.

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