78-jähriger Werner nutzte ihr Vertrauen aus

Großvater verurteilt: Er missbrauchte seine Enkelin (12) mehrfach sexuell

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Symbolbild

Das grenzenlose Vertrauen seiner Enkelin nutze ein 78-jähriger Werner auf besonders bittere Weise aus. Er berührte die Zwölfjährige immer wieder unsittlich. Nun musste sich der Rentner wegen sexuellen Missbrauchs vor dem Lüner Amtsgericht verantworten.

Werne/Lünen - Regelmäßig besuchte ihn das Mädchen nach der Schule, hielt sich gerne bei ihm auf. Ab Herbst 2018 kam es dann jedoch zu den Übergriffen im Wohnzimmer des 78-Jährigen. Der Opa, der das Kind nur harmlos streicheln sollte, berührte seine Enkelin mehrfach an Stellen, die er niemals hätte anfassen dürfen. Auch forderte er die Zwölfjährige auf, nicht über die Vorfälle zu reden. 

Sie vertraute sich schließlich dennoch ihrer Mutter, seiner Tochter, an. Eine Strafanzeige war die Folge. Bereits bei der polizeilichen Vernehmung räumte der Werner ein, sich in vier bis fünf Fällen an seiner Enkeltochter vergangen zu haben. Und das tat er nun auch in seinem Verfahren vor Gericht und gab sogar zu, dass es gut sei, dass das Ganze ans Licht gekommen sei. „Es tut mir schrecklich leid.“ 

Familie bricht Kontakt zum Großvater ab

Erklären könne er sich das selbst nicht. Er wisse nicht, wie er sich so habe vergessen können. „Es war mein Fehler. Das durfte nicht passieren. Ich bin jetzt hier und ich möchte auch dafür bestraft werden.“ 

Seitdem seine Familie von den Übergriffen wisse, seit Sommer vergangenen Jahres, sei der Kontakt abgebrochen. Sie hätten ihn verstoßen, betonte er und ließ gleichzeitig erkennen, dass er das auch nachvollziehen konnte. 

Mädchen schwankt zwischen Mitgefühl und Wunsch nach Strafe

Mit dem offenen Geständnis ersparte er seinem Opfer das Erscheinen vor Gericht und die zusätzlich belastende Aussage. Die Anwältin, die das Mädchen und dessen Eltern vertritt, erklärte auf Nachfrage des Richters, dass sich das Kind nach wie vor in therapeutischer Behandlung befinde, aber zum Glück keine gravierenden Auffälligkeiten zeige. 

Und offenbar schwanke das Mädchen zwischen Mitgefühl und dem Wunsch, dass der Großvater für seine Taten bestraft werde. 

Geständnis, Reue und ein bis dato vollkommen leeres Strafregister wirkten sich am Ende strafmildernd aus. Gegen den Angeklagten sprachen die Vielzahl der Taten, der schwerwiegende Vertrauensbruch und der Umstand, dass die Betroffene therapeutische Behandlung benötigt. 

Sexueller Kindesmissbrauchs in vier Fällen

Wegen sexuellen Kindesmissbrauchs in vier Fällen wurde der Werner schließlich zu zwei Jahren Haft auf Bewährung und 4800 Euro Geldbuße zugunsten einer gemeinnützigen Einrichtung verurteilt. 

In der Begründung des Urteils wurde der Richter deutlich: „Es darf so etwas nie wieder passieren.“ Der 78-Jährige schüttelte den Kopf – und akzeptierte seine Strafe umgehend.

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