Am 11. September

Lehrschwimmbecken erneut Thema im Stadtrat

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Das Stockumer Lehrschwimmbecken ist bereits geschlossen, könnte bei Bedarf aber mit geringem Aufwand wieder in Betrieb genommen werden.

Werne – Bürgermeister Lothar Christ hat für Mittwoch, 11. September, eine Sondersitzung des Stadtrates anberaumt. Anlass ist der Antrag der CDU-Fraktion, sich um Fördermittel für das Lehrschwimmbecken Stockum zu bemühen. Beraten wird ab 17.30 Uhr im Bürgersaal des Alten Rathauses.

Bekanntlich möchte die CDU das Lehrschwimmbecken dauerhaft erhalten und hofft auf Geld aus dem Investitionspaket „Soziale Integration im Quartier“. Ein Antrag hierfür müsste bis zum 30. September gestellt werden. Einen ähnlichen Vorstoß hatten die Christdemokraten bereits im Dezember 2018 unternommen, als der Rat mit 20:16 Stimmen den Schließungsbeschluss für die Sportstätte fasste. Zuvor war der CDU-Antrag mit Mehrheit abgelehnt worden.

Knackpunkt sind die Betriebskosten

Knackpunkt damals war unter anderem die Tatsache, dass aus dem Fördertopf des Bundes zwar Investitionsmittel zu bekommen sind, aber keine Unterhaltungskosten. Diese beziffert Frank Gründken, Leiter des Bäderbetriebs der Stadt, mit jährlich 110.000 bis 120.000 Euro.

Das Lehrschwimmbecken ist seit Beginn der Sommerferien auf „Stand-by“ geschaltet und kann mit vergleichsweise geringem Aufwand wieder in Betrieb genommen werden. Allerdings ist es auch sanierungsbedürftig. Eine vollständige Instandsetzung würde nach Berechnungen der Stadtverwaltung mehr als eine Millionen Euro kosten. Laut CDU könnte Werne im Zuge des Investitionspakets mit einem 90-prozentigen Zuschuss rechnen.

Offener Brief der Interessengemeinschaft

In Stockum hatten Bürger mit Unterschriften und Protest-Aktionen für den Erhalt der Schwimmstätte gekämpft – und sie kämpfen weiter. So hat sich laut Pressemitteilung jüngst erneut die Interessengemeinschaft (IG) Lehrschwimmbecken Stockum getroffen. In einem offenen Brief bittet sie die Parteien im Rat, dem Antrag der CDU zuzustimmen. „Sollte es zu Engpässen im Bereich des Winterbetriebes im Solebad kommen, wäre somit ein weiterer Schritt für eine langfristige Wiederinbetriebnahme gegeben“, heißt es in dem Schreiben.

Der IG liegen nach eigener Darstellung „viele Interessensbekundungen von potenziellen Nutzern“ des Stockumer Beckens vor. „Durch diese könnte die Zielsetzung eines möglichst kostengünstigen Weiterbetriebes gewährleistet werden“, heißt es in dem offenen Brief.

Gründken berichtet auf WA-Anfrage, dass der Stadt derzeit nur eine einzige Anfrage auf Nutzung des Beckens vorliege. Diese stamme von einem Verein, der aktuell Schwimm- und Wassergymnastik-Kurse am St. Josef-Krankenhaus in Bockum-Hövel anbiete. Mit dessen Vertretern werde er sich am morgigen Mittwoch treffen, um mögliche Szenarien zu besprechen.

Stadt hat nichts gehört aus Bergkamen

Von der Idee dreier Bergkamener Vereine, in Stockum nach einem Ausweichquartier für das derzeit geschlossene Schwimmbad der Bodelschwingh-Schule zu suchen, habe er lediglich aus der Zeitung erfahren, so Gründken weiter. „Eine offizielle Anfrage ist nicht eingegangen – weder bei uns, noch beim Sportamt, beim Kommunalbetrieb oder beim Stadtsportverband.“ Einer interkommunalen Zusammenarbeit stehe Werne aber grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber.

Wie bei der Ratssitzung im Dezember verzichtet die Stadtverwaltung auch für den 11. September auf eine Beschlussempfehlung zum Thema Weiterbetrieb. „Alle Argumente liegen auf dem Tisch, es geht um eine rein politische Entscheidung“, begründet Gründken dies.

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